Wie wirkt Cladribin?

Original Titel:
Cladribine: mechanisms and mysteries in multiple sclerosis.

MedWissBritische Forscher haben den aktuellen Stand zum Wissen über die Wirkung von Cladribin anhand dazu erschienener Studien zusammengefasst.


Der Wirkungsmechanismus von Cladribin ist noch nicht vollständig verstanden. Trotzdem ist die Sicherheit und Wirkung von Cladribin bei der Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) durch die Daten aus klinischen Studien belegt. Auch Hinweise auf Vorteile für die Behandlung von progressiven Verlaufsformen lassen sich in der Literatur finden.

Weiße Blutkörperchen werden reduziert, anscheinend besonders B-Zellen

Über die Wirkungsweise von Cladribin ist bekannt, dass es gezielt toxisch für weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) ist, die Cladribin aufnehmen und in seine aktive Form umwandeln. Studien, die untersucht haben, welche weißen Blutkörperchen Menschen im Blut haben, dass Cladribin besonders auf B-Zellen wirkt. Untersuchungen im Labor zeigen, dass Cladribin auch die angeborene und erlernte Immunität beeinflusst.

Weitere immunmodulatorische Eigenschaften könnten ebenfalls Einfluss haben

Die Wissenschaftler fassen die Erkenntnisse aus der Literatur über Cladribin zusammen: Cladribin sei sicher und wirksam als Induktionstherapie für schubförmige MS. Zwar sei der Mechanismus hinter den Vorteilen von Cladribin noch nicht vollständig verstanden, doch der wichtigste Punkt sei hierbei die gezielte, langanhaltende Depletion von B-Zellen mit einer besonderen Vorliebe für Gedächtniszellen. Welche Rolle weitere immunmodulatorische Eigenschaften bei der Behandlung spielen, sei bisher nicht klar.

Vermutung zum Wirkmechanismus könnte Ansatz für neue, gezielte Behandlung sein

Die Forscher stellen heraus, dass die Hypothese, dass der Nutzenmechanismus von Cladribin darin begründet ist Gedächtnis-B-Zellen zu reduzieren, wichtig ist. Wenn sie sich als richtig erweist, deutet es darauf hin, dass es nützlich wäre diese Sorte Immunzellen gezielt anzugehen und andere weiße Blutkörperchen auszusparen. Dieses Vorgehen könnte die Krankheitsaktivität regulieren, ohne Komplikationen durch die Unterdrückung des Imunsystems zu verursachen.

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