Schwächere Medikamentenwirkung: Gestörter Zuckerstoffwechsel schadet Menschen mit Bipolarer Störung zusätzlich

Original Titel:
Impaired glucose metabolism in bipolar patients and response to mood stabilizer treatments.

Kurz & schlüssig

  • Patienten mit affektiven Störungen wie der Bipolare Störung haben häufig auch Diabetes oder Insulinresistenz
  • Italienische Mediziner untersuchten den Behandlungserfolg mit Stimmungsstabilisatoren
  • Die Behandlung bei Betroffenen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel war weniger erfolgreich

MedWiss – Wie sich der Zuckerstoffwechsel, speziell eine Insulinresistenz oder Diabetes-Erkrankung, auf die Behandlung mit Phasenprophylaxen bei der Bipolaren Störung auswirkt, war bisher nicht klar. Eine italienische Untersuchung fand nun, dass Betroffene geringere Chancen auf eine gute Wirkung von Lithium oder anderen Phasenprophylaxen haben, wenn sie auch unter Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 leiden. Diese Querschnittstudie beruht allerdings auf einer kleinen Anzahl von Patienten – weitere Studien müssen nun folgen.


Stoffwechselprobleme, also ein gestörter Metabolismus, sind bei Patienten mit der Bipolaren Störung ein wichtiger und kritischer Faktor, der einen Behandlungserfolg wesentlich beeinflussen kann. Bisher wurde aber kaum untersucht, wie sich der Zuckerstoffwechsel auf die Behandlung mit Lithium oder andere übliche Prophylaxen bei der Bipolaren Störung auswirkt. Italienische Mediziner untersuchten daher den Zuckerstoffwechsel und seinen Einfluss auf die Bipolare Störung bei Patienten, die mit unterschiedlichen Phasenprophylaxen, allein oder in Kombination, behandelt wurden.

Wie wirken sich Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 auf die Behandlung der Bipolaren Störung aus?

45 Patienten mit Bipolarer Störung und Insulinresistenz oder Typ 2 Diabetes sowie 46 Patienten mit normalem Zuckerstoffwechsel nahmen an der Studie teil. Die Teilnehmer erhielten seit mindestens einem Jahr eine Phasenprophylaxe (Stimmungsstabilisator). Der Behandlungseffekt und der Stoffwechsel wurden mit verschiedenen Fragebögen und Messungen untersucht, um die beiden Patientengruppen zu vergleichen.

Im Vergleich zu bipolaren Patienten mit normalem Zuckerstoffwechsel war die psychische Erkrankung bei den Betroffenen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel schwerwiegender. Sie hatten auch geringere Behandlungserfolge mit den Stimmungsstabilisatoren. In der genaueren Analyse fanden die Experten, dass der gestörte Zuckerstoffwechsel unter den verschiedenen Messwerten als einziger Faktor die schwache Wirkung der Stimmungsstabilisatoren erklärte.

Gestörter Zuckerstoffwechsel schadet Menschen mit Bipolarer Störung zusätzlich

Damit erweitert die Untersuchung die bisherigen Forschungsergebnisse, die auf einen Zusammenhang zwischen Zuckerstoffwechsel und Bipolarer Störung deuten. Betroffene haben demnach geringere Chancen auf eine gute Wirkung von Lithium oder anderen Phasenprophylaxen, wenn sie auch unter Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 leiden. Diese Querschnittstudie beruht allerdings auf einer kleinen Anzahl von Patienten – weitere Studien müssen nun folgen.

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