COPD & Asthma: größere Adhärenz während der Coronavirus-Pandemie

Original Titel:
Changes in medication adherence among patients with asthma and COPD during the COVID-19 pandemic

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler untersuchten, ob sich die Therapietreue von Asthma- und COPD-Patienten nach dem Coronavirus-Ausbruch verändert hatte
  • Bei der Auswertung von 7578 Patientendaten kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Adhärenz der Patienten während der Coronavirus-Pandemie gestiegen ist

 

MedWiss – Während der Coronavirus-Pandemie nahm die Adhärenz von COPD- und Asthma-Patienten zu. Zu diesem Ergebnis kamen US-amerikanische Wissenschaftler in der vorliegenden Studie.


Um Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD zu kontrollieren und Krankheitsschüben vorzubeugen, wird den Betroffenen empfohlen, regelmäßig ihre Medikamente zu inhalieren. Damit die Medikamente wie gewünscht wirken, ist es wichtig, sich an den Therapieplan zu halten. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie spielt die Adhärenz bezüglich der Therapie von Asthma und COPD eine wichtige Rolle. Wissenschaftler aus den USA untersuchten, ob sich die Adhärenz der Patienten während der Coronavirus-Pandemie änderte.

Wissenschaftler untersuchten die Adhärenz von COPD- und Asthma-Patienten

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Analyse die Daten einer digitalen Plattform (von Propeller Health), die registriert, wie und wann die Patienten ihre Medikamente inhalieren, und bei Bedarf den Patienten an die ausstehende Anwendung erinnert. Auf diesem Wege gelangten die Wissenschaftler an die Daten von 7578 Patienten. 77 % der Patienten litten an Asthma und 67 % waren Frauen. Das mediane Alter der Patienten betrug 40 Jahre. Die Wissenschaftler untersuchten die Adhärenz der Patienten zwischen Anfang Januar und Ende März 2020. Sie verglichen die Adhärenz der ersten sieben Tagen des Januars 2020 mit der Adhärenz in den letzten sieben Tagen des März 2020.

Während der Coronavirus-Pandemie stieg die Adhärenz der Patienten

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Adhärenz während der Coronavirus-Pandemie zugenommen hatte – und zwar um 14,5 % (von 53,7 % auf 61,5 %). Dieser Anstieg der Adhärenz wurde in allen Altersgruppen mit einem ähnlichen Ausmaß beobachtet. Generell zeigten ältere Patienten eine größere Adhärenz als jüngere Patienten.

Die Adhärenz von COPD- und Asthma-Patienten nahm somit während der Coronavirus-Pandemie zu. Es ist jedoch anzumerken, dass es sich bei den Patienten in dieser Analyse um Patienten handelte, die eine digitale Plattform nutzten, um ihre Therapietreue aufzuzeichnen. Diese Patienten sind vermutlich besonders motiviert, sich an ihren Therapieplan zu halten.

[DOI 10.1016/j.jaip.2020.04.053]

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