Die Konzentration des Anti-Müller-Hormons verringert sich bei Frauen mit Endometriomen stärker

Original Titel:
Endometrioma-related reduction in ovarian reserve (ERROR): a prospective longitudinal study

Die Studie zeigte, dass Endometriome an den Eierstöcken die Konzentration des Anti-Müller-Hormons beeinflussen können. Das Hormon ist ein Fruchtbarkeitsmarker. Die Konzentration des Hormons sank innerhalb von 6 Monaten wesentlich schneller bei Frauen mit Endometriomen als bei Frauen ohne. Auch die antralen Follikel reduzierten sich in dieser Zeit.


Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist eigentlich wichtig bei der Entwicklung des Embryos. Es dient allerdings auch als Fruchtbarkeitsmarker. Eine Studie aus der Türkei hat jetzt das AMH bei Frauen mit Endometriomen, also Endometriose-Zysten in den Eierstöcken, untersucht.

Die Konzentration des AMH nimmt mit dem Alter ab

Seit der Geburt sind in den Eierstöcken viele tausende Follikel (Eibläschen) angelegt, welche die Eizellen beinhalten. Die Follikel werden nicht mehr nachgebildet. Mit dem Beginn der Menstruation werden jeden Monat mehrere 100 Follikel verbraucht. Durch die Abnahme der Zahl der Follikel, und damit auch der Eizellen, sinkt auch die Fruchtbarkeit der Frau ab, bis sie schließlich in die Wechseljahre kommt. Die Konzentration des AMH ermöglicht eine Aussage über die Funktionsreserven der Eierstöcke. Die Konzentration des Hormons sinkt mit dem Alter und dem Verlust der Funktionsreserve. Bei einer eingeschränkten Restfunktion fällt der Spiegel unter 1 µg pro Liter. Eine niedrige Konzentration deutet auch den Beginn der Wechseljahre an. Frauen mit einem niedrigen Spiegel benötigen auch eine stärkere hormonelle Stimulation bei einer künstlichen Befruchtung. Bei einer Endometriose ist der Spiegel meist erniedrigt.

Nach 6 Monaten sank die AMH-Konzentration um 26,4 %

Die Studie untersuchte jetzt 40 Frauen mit Endometriomen und 40 gesunde, gleichaltrige Frauen. Die Frauen wurden nicht mit Hormonen behandelt und benötigten auch keine Operation. Im Abstand von 6 Monaten wurde die AMH-Konzentration im Blut gemessen. Außerdem wurden bei 22 Frauen mit Endometriomen die antralen Follikel, also die kleinsten Eibläschen, gezählt (im Ultraschall sichtbar).

Bei der ersten Messung lag der AMH-Wert bei Frauen mit Endometriomen bei durchschnittlich 2,83 ng/ml und bei gesunden Frauen bei 4,42 ng/ml. Nach 6 Monaten verringerte sich der Wert bei Frauen mit Endometriomen um durchschnittlich 26,4 % und bei gesunden Frauen um 7,4 %. Die antralen Follikel reduzierten sich bei den Frauen mit Endometriomen von durchschnittlich 10 auf 8.

Die Studie zeigte daher, dass Endometriome an den Eierstöcken den AMH Wert beeinflussen können. Die Konzentration des Hormons sank innerhalb von 6 Monaten wesentlich schneller bei Frauen mit Endometriomen als bei Frauen ohne. Auch die antralen Follikel reduzierten sich in dieser Zeit.

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