Kaiserschnitte kommen bei Endometriose häufiger vor

Original Titel:
Pregnancy after Endometriosis: Maternal and Neonatal Outcomes according to the Location of the Disease

MedWissDie Studie stellte fest, dass Frauen mit Endometriose häufiger einen Kaiserschnitt oder eine Saugglockenentbindung hatten als gesunde Frauen. Frauen mit tief infiltrierender Endometriose litten auch häufiger an Placenta praevia.


Viele Patientinnen mit Endometriose haben einen Kinderwunsch. Die Endometriose kann jedoch sowohl die Chance schwanger zu werden als auch die Schwangerschaft selbst und die Geburt beeinflussen. Wissenschaftler aus Italien untersuchten jetzt das Risiko für Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt. Dabei untersuchten sie auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Endometriose-Formen.

Endometriose kann eine Schwangerschaft erschweren

Bei der Endometriose wandert Gewebe der Gebärmutterschleimhaut und siedelt sich in anderen Körperregionen an. Meist liegen diese in der Nähe der Gebärmutter (Eierstöcke, Harnblase, Darm). Dort werden die Endometrioseherde – wie auch die Gebärmutterschleimhaut – durch Hormone beeinflusst. Es kommt zu Verklebungen, Schmerzen und Blutungen. Die Beschwerden sind je nach betroffener Körperregion unterschiedlich. Auch die Chance auf eine Schwangerschaft hängt von mehreren Faktoren ab.

Die Wissenschaftler werteten Daten über Schwangerschaften und Geburten zwischen 2011 und 2014 bei 118 Frauen mit Endometriose aus. Die Endometriose wurde über Gewebeproben diagnostiziert. Die Frauen litten an tief infiltrierender Endometriose, Endometriose an den Eierstöcken oder am Bauchfell (peritoneal). Als Kontrolle galten Geburten bei 1690 gesunden Frauen. Bei allen Frauen war es die erste Geburt.

Etwa 40 % der Frauen mit Endometriose hatten einen Kaiserschnitt

Frauen mit Endometriose waren älter, hatten einen geringeren BMI (Body Mass Index, Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße) und häufiger eine künstliche Befruchtung. Bei ihnen waren die Schwangerschaften auch kürzer als bei gesunden Frauen. Bei 3,4 % der Frauen mit Endometriose, aber nur bei 0,5 % der gesunden Frauen, kam es zu einer Placenta praevia, einer Fehllage des Mutterkuchens. Hier waren vor allem Frauen mit tief infiltrierender Endometriose betroffen. 11 % der Frauen mit Endometriose und 5,9 % der gesunden Frauen litten an Bluthochdruck während der Schwangerschaft. Über 40 % der Frauen mit Endometriose erhielten einen Kaiserschnitt und bei 10 % musste eine Saugglocke eingesetzt werden. Fast ein Viertel der gesunden Frauen hatten einen Kaiserschnitt, bei 3 % musste eine Saugglocke eingesetzt werden. Nach der Geburt gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Die Studie stellte fest, dass Frauen mit Endometriose häufiger einen Kaiserschnitt oder eine Saugglockenentbindung hatten als gesunde Frauen. Frauen mit tief infiltrierender Endometriose litten auch häufiger an Placenta praevia.

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