Fertilität

Verbessert Ankratzen der Gebärmutterschleimhaut die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei intrauteriner Insemination?

Original Titel:
Comparison of pregnancy outcome in intrauterine insemination-candidate women with and without endometrial scratch injury: An RCT

Kurz & fundiert

  • Bei 150 Frauen wurde untersucht, ob Ankratzen der Gebärmutterschleimhaut Auswirkungen auf den Ausgang künstlicher Befruchtung haben kann
  • Die Autoren erkannten eine erhöhte Schwangerschaftsrate in der Versuchsgruppe, allerdings auch vermehrte Komplikationen

 

MedWiss – Eine ältere Art der künstlichen Befruchtung ist die intrauterine Insemination, wobei zum idealen Zyklus-Punkt die Samen über einen Katheter eingeführt werden. Es wird diskutiert, ob sich dabei das Ankratzen der Gebärmutterschleimhaut, auch Scratching genannt, förderlich auf die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung und Schwangerschaft auswirken kann. Eine Gruppe iranischer Autoren analysierte dies nun in einer randomisierten klinischen Studie.


Die Autoren aus dem Iran analysieren zwischen Dezember 2017 und Dezember 2018, wie sich das Ankratzen der Gebärmutterschleimhaut, auch Scratching genannt, auf den Ausgang von intrauteriner Insemination auswirkt.

 

Bei 75 Teilnehmerinnen wurde vorher die Gebärmutterschleimhaut angekratzt, 75 weitere dienten der Kontrolle

150 Frauen wurden für die klinische Studie zufällig auf zwei Gruppen á 75 Teilnehmerinnen aufgeteilt. In einer Gruppe wurde vor der künstlichen Befruchtung die Gebärmutterschleimhaut angekratzt und somit leicht verletzt. Bei der zweiten Gruppe, die als Kontrolle diente, nicht. Alle Teilnehmerinnen wurden bei der Insemination exakt gleich behandelt. In beiden Gruppen wurden chemische und klinische Schwangerschaft verglichen, sowie Abbrüche, Lebend-Geburten-Rate und Schwangerschaftskomplikationen.

 

Durch Scratching erhöhte sich die Schwangerschaftsrate aber auch das Vorkommen von Komplikationen

Die Autoren konnten in der Versuchsgruppe, bei der Scratching vorgenommen wurde, eine höhere klinische und chemische Schwangerschafts-Rate feststellen als in der Kontrollgruppe. In der Versuchsgruppe lag die Abbruchsrate bei 14,3 %, zudem kamen bei 4,3 % Mehrlings-Schwangerschaften vor, während in der Kontrollgruppe nur bei 5 % zu solchen Fällen kam. Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut nach 21 Tagen war in der Versuchsgruppe höher als in der Kontrollgruppe.

 

Letztendlich kamen die Autoren zu dem Schluss, dass Ankratzen der Gebärmutterschleimhaut keinen großen Einfluss auf den Ausgang künstlicher Befruchtung und auch der Schwangerschaft hat, dabei berücksichtigen sie klinische und chemische Schwangerschaft. Jedoch wären laut Autoren weitere Studien mit größerer Teilnehmerzahl für eine genauere Einschätzung nötig.

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