JAK-Inhibitoren bei CED sicher

Original Titel:
Cardiovascular safety of Janus kinase inhibitors in inflammatory bowel disease: a systematic review and network meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Kardiovaskuläre Sicherheit von JAK-Inhibitoren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?
  • Metaanalyse von 26 Studien mit 10 537 Teilnehmern
  • Kein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und venöse Thromboembolien
  • Dosisabhängige Trends zeigten bei Tofacitinib und Upadacitinib ein leicht erhöhtes Risiko
  • Deucravacitinib senkte signifikant die Risiken für kardiovaskuläre Ereignisse und venöse Thromboembolien
  • Dosis von JAK-Inhibitoren spielt eine wichtige Rolle bei der Risikobewertung

 

MedWiss Januskinase-(JAK)-Inhibitoren stehen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkankungen zu begünstigen. Eine aktuelle Metaanalyse gab nun Entwarnung. Laut der Wissenschaftler wird durch die Anwendung von JAK-Inhibitoren das kardiovaskuläre Risiko bei der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nicht signifikant erhöht.


Januskinase-(JAK)-Inhibitoren sind bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wirksam, ihre kardiovaskuläre Sicherheit ist jedoch umstritten. Das Ziel einer aktuellen Studie war es, die mit JAK-Inhibitoren verbundenen kardiovaskulären Risiken bei CED-Patienten zu untersuchen.

Wie sicher sind JAK-Inhibitoren für Herz-Kreislauf bei CED?

Hierzu wurde ein systematischer Review in 7 Datenbanken und ClinicalTrials.gov bis Februar 2024 durchgeführt. Zu den Ergebnissen gehörten schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE), venöse Thromboembolien (VTE) und kardiovaskuläre Ereignisse (CVE). Die Ereignisse wurden separat bewertet, je nachdem, ob die Dosis berücksichtigt wurde oder nicht.

Metaanalyse von 26 Studien mit 10 537 CED-Patienten

Insgesamt wurden 26 Studien mit 10 537 CED-Patienten einbezogen. Die Ergebnisse zeigten, dass kein signifikant erhöhtes Risiko für MACE, VTE und CVE mit JAK-Inhibitoren bei CED verbunden war. Bei Berücksichtigung der Dosis zeigte sich jedoch bei 5 mg Tofacitinib 2-mal täglich eine Tendenz zu einem erhöhten Risiko für MACE (Odds Ratio, OR: 1,05; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,23 – 4,82). Ebenso zeigte 30 mg Upadacitinib 1-mal täglich eine Tendenz zu einem erhöhten Risiko für VTE (OR: 1,36; 95 % KI: 0,23 – 8,03) und CVE (OR: 1,08; 95 % KI: 0,24 – 4,85). Upadacitinib schnitt beim VTE-Risiko besser ab als Placebo (Netzwerk-Metaanalyse Rangliste: Upadacitinib P-Score: 0,766 vs. Placebo P-Score: 0,722). Deucravacitinib bewirkte die geringsten kardiovaskulären Risiken und senkte die Risiken für VTE (OR: 0,03; 95 % KI: 0,00 – 0,87) und CVE (OR: 0,03; 95 % KI: 0,00 – 0,87) im Vergleich zu Placebo signifikant.

Kein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter JAK-Inhibitoren

Obwohl in Abhängigkeit von der Dosis ein Trend zu erhöhten kardiovaskulären Risiken festgestellt wurde, war mit JAK-Inhibitoren bei CED-Patienten kein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Risiko verbunden. Der JAK-Inhibitor Deucravacitinib senkte sogar die Risiken für VTE und CVE signifikant.

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