Vitamin D als Therapieelement bei PCOS

Original Titel:
A meta-analysis of the effects of vitamin D supplementation on endocrine metabolic and inflammatory markers in patients with polycystic ovarian syndrome 

Kurz & fundiert

  • Komplexes Symptombild bei PCOS: Kann Vitamin D einen Beitrag leisten?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 10 Studien
  • Vitamin D verbessert Insulinresistenz, Entzündungsprozesse und Testosteron

 

MedWiss Die aktuelle Studienlage spricht nach einem systematischen Review mit Metaanalyse über 10 Studien zum polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) dafür, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D signifikant Insulinresistenz, entzündliche Prozesse, Nüchternblutzucker und Gesamttestosteron bei PCOS senken kann. Somit könnte Vitamin D ein Baustein im Behandlungskonzept bei PCOS darstellen.


Bei dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) kommen hormonelle Veränderungen und Stoffwechselstörungen zusammen und können zu einem komplexen Symptombild mit Insulinresistenz und erhöhtem Blutzuckerspiegel, erhöhten Blutfettwerten, entzündlichen Prozessen und erhöhtem Testosteronspiegel führen. Wissenschaftler ermittelten nun, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D positive Effekte auf hormonelle, metabolische und inflammatorische Aspekte von PCOS haben könnten.

Komplexes Symptombild bei PCOS: Kann Vitamin D einen Beitrag leisten?

Die Autoren führten hierzu einen systematischen Review mit Metaanalyse durch. Sie ermittelten relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, EMBASE, Web of Science und Cochrane Library. Untersuchungen mit Veröffentlichung bis Ende 2022 wurden berücksichtigt.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 10 Studien

Die Metaanalyse umfasste 10 Studien zum Einfluss von Vitamin D im Vergleich zu Placebokontrollen auf endokrine, metabolische und inflammatorische Marker bei PCOS-Patienten. Im Vergleich zum Placebo reduzierte Vitamin D die Insulinresistenz, den Nüchternblutzuckerspiegel, den Marker für Entzündungsprozesse CRP (C-reaktives Protein) sowie den Testosteronspiegel:

  • HOMA-IR: Mittelwertdifferenz, MD: -0,47; 95 % Konfidenzintervall, KI: -0,66 – -0,28; p < 0,00001
  • Nüchternblutzucker: MD: -1,25; 95 % KI: -2,44 – -0,06; p = 0,04
  • CRP: MD: -1,18; 95 % KI: -2,13 – -0,24; p = 0,01
  • Gesamttestosteron: MD: -0,33; 95 % KI: -0,58 – -0,08; p = 0,009

Weitere endokrine oder metabolische Indikatoren zeigten keinen signifikanten Effekt von Vitamin D.

Vitamin D verbessert Insulinresistenz, Entzündungsprozesse und Testosteron

Die Autoren schließen, dass die aktuelle Studienlage dafür spricht, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D signifikant Insulinresistenz, entzündliche Prozesse, Nüchternblutzucker und Gesamttestosteron bei Frauen mit PCOS senken kann. Somit könnte Vitamin D ein Baustein im Behandlungskonzept bei PCOS darstellen.

© Alle Rechte: MedWiss.online