Mundtrockenheit belastet Krebspatienten unter Chemotherapie

Original Titel:
Assessing taste and smell alterations in cancer patients undergoing chemotherapy according to treatment

Eine Chemotherapie kann für Patienten mit Nebenwirkungen einhergehen, die auch den Geschmacks- und Geruchssinn umfassen. Mundtrockenheit betrifft die Patienten am häufigsten, wie diese Studie zeigte. Unterschiedliche chemotherapeutische Wirkstoffe sind mit verschiedenen Änderungen von Geschmack und Geruch verbunden. Kenntnis darüber kann die Behandlung dieser Nebenwirkungen verbessern.


Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten, leiden oftmals unter einem veränderten Geschmacks- und Geruchssinn. Dies kann die Freude an der Nahrungsaufnahme stark einschränken und ungünstigen Einfluss auf den Ernährungszustand und die Lebensqualität nehmen. Spanische Forscher beschrieben in ihrer Studie nun, von welchen Änderungen des Geschmacks- und Geruchssinns Krebspatienten unter einer Chemotherapie betroffen sind.

Patienten unter Chemotherapie sind am häufigsten von Mundtrockenheit betroffen

Für ihre Studie befragten die spanische Forscher 151 Patienten, die in einer Spezialklinik für Krebspatienten eine Chemotherapie erhielten. 65 % der Patienten berichteten über Änderungen ihres Geschmackssinns und 45 % der Patienten über einen veränderten Geruchssinn. Mit 63,6 % litten die Patienten am häufigsten über Mundtrockenheit als Nebenwirkung der Chemotherapie. Die Mundtrockenheit stand bei den Patienten in einem deutlichen Zusammenhang mit einem schlechten Geschmack im Mund und einem Verlust des Geschmacks.

Unterschiedliche Wirkstoffe und ihr Einfluss auf den Geschmacks- und Geruchssinn

Unter verschiedenen Wirkstoffen, die die Patienten im Rahmen der Chemotherapie erhielten, konnten die spanischen Forscher 4 Wirkstoffe ausmachen, die bei den Patienten am meisten zu einem veränderten Geschmackssinn beitrugen: diese waren Anthrazykline, Paclitaxel, Carboplatin und Docetaxel. Cisplatin und 5-Fluorouracil hingegen verursachten am wenigsten Beschwerden bei den Patienten. Es konnte ein deutlicher Zusammenhang mit dem Verlust des Geschmacks gesehen werden, wenn die Patienten mit Carboplatin und Docetaxel behandelt wurden. Eine Überempfindlichkeit auf kalte Speisen konnte unter Einnahme von Oxaliplatin gesehen werden.

Krebspatienten unter Chemotherapie leiden oft unter Einschränkungen ihres Geschmacks- und Geruchssinns. Insbesondere die Mundtrockenheit stellt ein bedeutsames Problem dar. Zu wissen, welche chemotherapeutischen Wirkstoffe welchen Einfluss auf den Geschmacks- und Geruchssinn nehmen, eröffnet die Chance, die Patienten therapeutisch besser zu begleiten.

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