Mundgesundheit bei der akuten lymphatischen Leukämie: ein häufiges Problem für Kinder

Original Titel:
Oral diseases in children with acute lymphoblastic leukemia with chemotherapy treatment

MedWiss – Zusammenfassend fanden die Forscher, dass Munderkrankungen eine typische Begleiterscheinung der akuten lymphatischen Leukämie bei Kindern sind. Die Häufigkeit und der Schweregrad von Munderkrankungen war allerdings besonders während des Beginns der chemotherapeutischen Behandlung erhöht. Gerade in der Induktionsphase sollte also, auch um die Ernährung und weitere Gesundheit der Kinder zu unterstützen, stärker vorbeugend auf die Mundschleimhaut geachtet werden.


Kinder, die an einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) leiden, können auch unter verschiedenen Erkrankungen des Mundraums leiden. Solche Probleme treten zum Teil als Begleiterkrankung der Leukämie auf, teilweise können sie aber auch eine Nebenwirkung der Chemotherapie sein. Unabhängig von der Ursache: Erkrankungen der Mundschleimhaut sind oft schmerzhaft, stören beim Schlucken und Essen und belasten damit die Gesundheit und Lebensqualität der Kinder enorm. Wann betreffen diese Folgen aber genau die erkrankten Kinder? Dieses Wissen könnte helfen, den Problemen besser vorzubeugen. Prof. Juárez-López von der Universidad Nacional Autónoma de México und Kollegen untersuchten nun, wie häufig verschiedene Munderkrankungen Kinder mit der ALL-Erkrankung jeweils mit und ohne Chemotherapie betrafen und ob die Begleit- oder Folgeerkankungen mit bestimmten Phasen der Chemotherapie in Verbindung gebracht werden konnten.

Erkrankungen im Mundraum als Folge der Leukämie und der Leukämietherapie

Dazu führten sie eine Querschnitts-Beobachtungsstudie durch. Studienteilnehmer waren 103 erkrankte Kinder zwischen 3 und 15 Jahren. Die jungen Patienten gehörten zu verschiedenen Gruppen: ohne Chemotherapie und mit Chemotherapie, wobei sich die Kinder mit Chemotherapie jeweils entweder in der Konsolidierungsphase, der Phase der Verstärkung, der Erhaltungs- oder Beobachtungsphase befanden. Die Mundgesundheit wurde mit dem sogenannten gingivalen Entzündungsindex (von Gingiva, lateinisch für Zahnfleisch) und verschiedenen Anzeichen für Karies ermittelt. Diese Ergebnisse wurden dann mit der klinischen Diagnose der Kinder verglichen.

Wie gesund sind Zahnfleisch und Zähne mit und ohne Chemotherapie je nach Behandlungsphase?

Generell litten sehr viele Kinder unter Erkrankungen des Mundraums. Besonders häufig waren sie von Entzündungen der Mundschleimhaut (98 % der Kinder) betroffen. Aber auch kleinere Geschwüre wie Aphthen (90 %), Zahnfleischentzündungen (86 %) und Pilzerkrankungen wie die Kandidose (78 %) betrafen die Mehrzahl der jungen Patienten. Aber gab es spezielle Phasen der Behandlung, in denen diese Probleme die Kinder stärker trafen? Dabei fiel besonders die sogenannte Induktionsphase auf: besonders zu Beginn der Chemotherapie häuften sich die Erkrankungen des Mundraums.

Mit dem Beginn der Chemotherapie häufen sich Erkrankungen des Mundraums

Zusammenfassend fanden die Forscher, dass Munderkrankungen eine typische Begleiterscheinung der akuten lymphatischen Leukämie bei Kindern sind. Die Häufigkeit und der Schweregrad von Munderkrankungen war allerdings besonders während des Beginns der chemotherapeutischen Behandlung erhöht. Gerade in der Induktionsphase sollte also, auch um die Ernährung und weitere Gesundheit der Kinder zu unterstützen, stärker vorbeugend auf die Mundschleimhaut geachtet werden.

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