Ergebnis einer großen chinesischen Studie: je höher der Blutdruck, desto schlechter die Denkleistung im Alter

Original Titel:
Hypertension and High Blood Pressure Are Associated With Dementia Among Chinese Dwelling Elderly: The Shanghai Aging Study

MedWiss – Forscher fanden im Rahmen der großen Shanghai Aging Study, dass Bluthochdruck ein möglicher Risikofaktor für eine Demenzerkrankung in fortgeschrittenem Alter sein kann. Dauer und Höhe des Bluthochdrucks gingen bei tausenden Teilnehmern mit stärkeren Beeinträchtigungen der Denkleistung einher. Entsprechend sollte gerade im Alter stärker auf das Blutdruckmanagement geachtet werden, um die Denkleistung möglichst lange zu erhalten.


Wie hängen Blutdruck und Denkleistung bei älteren Menschen zusammen? Dies untersuchten nun Forscher im Rahmen der großen Shanghai Aging Study, der Studie zum Altern in Shanghai.

Stehen hoher Blutdruck und Beeinträchtigung der Denkleistung im Alter im Zusammenhang?

Die Daten hierzu wurden von 3327 Teilnehmern der Untersuchung im Alter von zwischen 60 und 85 Jahren gewonnen. Diese gaben Informationen zu ihrer persönlichen Bluthochdruck-Geschichte, die mit Hilfe medizinischer Unterlagen unterstützt wurde. Am Untersuchungstermin wurden systolischer und diastolischer Blutdruck am frühen Morgen gemessen. Neurologen schätzten nach internationalen Kriterien ein, ob die Teilnehmer eine normale Denkleistung hatten leichte Beeinträchtigungen der Denkleistung aufwiesen, oder bereits unter einer Demenz litten. Dazu wurde auch der Mini-Mentalstatustest (MMST) durchgeführt.

Analyse von Bluthochdruck und Denkleistung tausender älterer Menschen in Shanghai

Unter den 3327 Teilnehmern befanden sich 1519 Männer (45,7 %). Das durchschnittliche Alter der Menschen lag bei 70 Jahren. 585 (17,6 %) der Untersuchten zeigten eine messbare leichte Beeinträchtigung der Denkleistung. 102 (3,1 %) weitere erhielten die Diagnose Demenz. Unter den Demenzpatienten fanden sich deutlich mehr Menschen mit hohem Blutdruck (78 Menschen, 76,5 %) als unter den Menschen mit leichten Einbußen der Denkleistung (347 Menschen mit Bluthochdruck, 59,3 %). Noch weniger Bluthochdruckpatienten fanden sich anteilig unter den Menschen, denen eine normale Denkleistung attestiert wurde (1350 Menschen, 51,1 %). Dieser Unterschied war nicht nur allgemein feststellbar, sondern auch in den detaillierten Blutdruckwerten. Teilnehmer mit Demenzerkrankung hatten einen messbar höheren systolischen Blutdruck (157,6 mmHg) als Menschen mit nur leichter Denk-Einschränkung (149,0 mmHg). Noch niedriger lag der Blutdruck im Schnitt bei den Menschen mit normaler Denkleistung (143,7 mmHg).

Häufiger hoher Blutdruck bei Menschen mit Demenz

Selbst nach Berücksichtigung verschiedener Faktoren stand die Demenzerkrankung in messbarem Zusammenhang mit dem Bluthochdruck. Die Forscher analysierten dabei so unterschiedliche Faktoren wie Alter, Geschlecht, Dauer der Ausbildung, Alleinleben, Gewicht (BMI), Angsterkrankung oder Depressionen, Herzerkrankung, Diabetes und Schlaganfall. Relevant war offenbar, ob in der Vergangenheit Bluthochdruck vorgelegen hatte, wie lange der Bluthochdruck bereits anhielt und wie hoch jeweils systolischer und diastolischer Blutdruck waren. Das Ergebnis des Denkleistungstests MMST stand dabei ebenfalls konkret in Verbindung mit der Dauer des Bluthochdrucks: je länger die Menschen bereits hohen Blutdruck hatten, desto schlechter schnitten sie im MMST ab. Ähnlich wirkten sich die Blutdruckwerte aus: je stärker sie von der Norm abwichen, desto stärker war die Denkleistung betroffen.

Je höher der Blutdruck, desto schlechter die Denkleistung im Alter

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen damit, dass Bluthochdruck ein möglicher Risikofaktor für eine Demenzerkrankung in fortgeschrittenem Alter sein kann. Dauer und Höhe des Bluthochdrucks gehen mit stärkeren Beeinträchtigungen der Denkleistung einher. Entsprechend sollte gerade im Alter stärker auf das Blutdruckmanagement geachtet werden, um die Denkleistung möglichst lange zu erhalten.

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