Zusammenhang zwischen BMI und CED-Risiko

 










Kurz & fundiert
  • Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 10 Studien zum Thema BMI und CED-Risiko zusammen
  • Sowohl Adipositas als auch Untergewicht gingen mit einem größeren Risiko für Morbus Crohn einher
  • Bezüglich Colitis ulcerosa war dies nicht der Fall

 

DGP – Sowohl Adipositas als auch Untergewicht gingen mit einem größeren Risiko für Morbus Crohn einher. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in ihrer Meta-Analyse mit mehr als 15 Millionen Studienteilnehmern.


Es wurden bereits einige Risikofaktoren für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) identifiziert. Auch der Body Mass Index (BMI) scheint eine Rolle dabei spielen zu können. Ein internationales Forscherteam sichtete die aktuelle Datenlage zum Thema BMI und CED-Risiko und führte eine entsprechende Meta-Analyse durch.

Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 10 Studien zusammen

Die Wissenschaftler durchsuchten systematisch verschiedene Datenbanken nach Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen BMI und CED befasst haben und bis zum 30. Juni 2020 veröffentlicht wurden. Sie fanden insgesamt 10 geeignete Studien, die die Daten von etwa 15,6 Millionen Personen, darunter 23 371 CED-Patienten, beinhalteten.

Höheres Risiko für Morbus Crohn bei Adipositas und Untergewicht

Bei der zusammenfassenden Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass Adipositas mit einem größeren Risiko für CED einherging (HR: 1,20; 95 % KI: 1,08-1,34). Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass im Vergleich zum Normalgewicht sowohl Untergewicht (BMI < 18,5 kg/m2; HR: 1,29; 95 % KI: 1,10-1,51) als auch Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2; HR: 1,25, 95 % KI: 0,94-1,65) mit einem erhöhten Risiko für Morbus Crohn zusammenhingen. Für Colitis ulcerosa war dies nicht der Fall.

Sowohl Adipositas als auch Untergewicht gingen mit einem größeren Risiko für Morbus Crohn, nicht aber für Colitis ulcerosa einher. Weitere Studien sind nun nötig, um aufzuklären, welcher Mechanismus dem zugrunde liegend.