Biologika-Therapie bei Psoriasis: Gewicht und Begleiterkrankungen wichtig?

Original Titel:
Prevalence and characterization of treatment-refractory psoriasis and super-responders to biologic treatment: a nationwide study

 
Kurz & fundiert
  • Psoriasis-Behandlung mit Biologika
  • Therapieversagen oder besonders gute Wirkung – wie unterscheiden sich die Patienten?
  • Analyse über 3 280 Patienten in Dänemark
  • 6,5 % behandlungsrefraktär, 6,3 % Super-Responder
  • Höheres Gewicht bei häufigem Biologika-Versagen, weniger Begleiterkrankungen und höherer Status bei Super-Respondern
  MedWiss – Wie häufig helfen Biologika nicht ausreichend bei Psoriasis, und wie oft wirkt schon der erste Behandlungsversuch mit Antikörpern exzellent über Jahre? Forscher ermittelten in Dänemark, dass unter 7 % der Patienten schlecht auf Biologika ansprachen, ähnlich viele jedoch besonders gute Wirkung zeigten. Eine Rolle könnten hierbei Begleiterkrankungen und Übergewicht spielen, deren Vorbeugung und Behandlung in Zukunft womöglich in der Psoriasis-Therapie stärker berücksichtigt werden sollten.
Behandlungen mit Biologika führen oft zu einer deutlichen Verbesserung der Psoriasis. Jedoch erreichen manche Patienten auch mit mehreren Biologika-Versuchen nicht diese Wirkung oder verlieren ein Ansprechen wieder, sind also behandlungsrefraktär. Andere Patienten hingegen sprechen auf den ersten versuchten Wirkstoff exzellent an und bleiben über mehrere Jahre frei von Psoriasis-Symptomen (Super-Responder).

Therapieversagen oder besonders gute Wirkung – wie unterscheiden sich die Patienten?

Forscher ermittelten und charakterisierten nun therapierefraktäre Psoriasis-Patienten und Super-Responder bei Biologika-Behandlung. Teilnehmer einer nationalen Studie in Dänemark (DERMBIO) zwischen Januar 2007 und November 2019 wurden in diese Analyse aufgenommen. Patienten wurden als behandlungsrefraktär klassifiziert, wenn sie Therapieversagen mit mindestens 3 Biologika hatten, bei denen mindestens 2 unterschiedliche Wirkansätze verfolgt wurden. Als Super-Responder galten Patienten, die mit ihrem ersten Biologikum für mindestens 5 Jahre behandelt wurden und dabei einen PASI (psoriasis area and severity index) von 3 zwischen 6 Monaten und 5 Jahren der Behandlung nie überschritten. Die übrigen Patienten der Studie wurden zum Vergleich herangezogen (Kontrollgruppe).

Analyse einer landesweiten Psoriasis-Studie

Insgesamt wurden 3 280 Patienten mit durchschnittlichem Alter von 45,0 Jahren analysiert. 1 221 Patienten (37 %) waren Frauen. Von den eingeschlossenen Patienten zählten 214 Personen (6,5 %) als behandlungsrefraktär. 207 Personen (6,3 %) galten als Super-Responder. Behandlungsrefraktäre Patienten hatten ein höheres durchschnittliches Körpergewicht (100,6 kg vs. 90,6 kg; p < 0,0001) und einen höheren durchschnittlichen BMI (Körpergröße-zu-Gewicht-Verhältnis, body mass index: 32,2 vs. 29,4; p < 0,0001) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Super-Responder hingegen hatten im Schnitt einen höheren sozioökonomischen Status und weniger Begleiterkrankungen im Vergleich zur Kontrollgruppe (p < 0,0001).

Super-Responder häufig bessergestellt

Ein kleiner Anteil von Patienten mit Psoriasis in Biologika-Therapie spricht somit entweder nicht auf verschiedene Biologika/Wirkstoffklassen an (behandlungsrefraktär), während ein anderer kleiner Teil der Patienten besonders gut auf bereits den ersten Behandlungsversuch mit Biologika anspricht. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit Psoriasis unterschieden sich behandlungsrefraktäre Patienten besonders durch ein höheres Körpergewicht, Super-Responder waren hingegen sozioökonomisch bessergestellt und litten an weniger Begleiterkrankungen. Aufgrund des Einflusses chronischer, systemischer Inflammation auf den Stoffwechsel kann nicht sicher gesagt werden, ob das Gewicht der therapierefraktären Gruppe ursächlich für oder als Folge schwer zu behandelnder Psoriasis zu sehen ist. Begleiterkrankungen und Übergewicht effektiv zu behandeln oder besser vorzubeugen, könnte jedoch eine Rolle bei der Biologika-Therapie spielen.

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