„Toll gemacht!“, sagt der Schrittzähler-Rollator: Verhaltensunterstützung mit technologischen Mitteln kann zur Förderung von Menschen mit der Alzheimerdemenz beitragen

Original Titel:
Technology-Based Behavioral Interventions for Daily Activities and Supported Ambulation in People With Alzheimer ’ s Disease

MedWiss – Diese kleine Untersuchung zeigte, dass technologische Mittel eine gute Methode darstellen können, Menschen mit der Alzheimererkrankung zu unterstützen. Programme zur Anregung und Unterstützung selbstständiger Aktivität und zur Förderung von Bewegung können den Patienten körperlich und geistig Gutes tun. Weitere, größere Untersuchungen mit Patienten wären wünschenswert, um solche spezialisierten Fördermittel für Menschen mit der Alzheimerdemenz weiterzuentwickeln.


Prof. Lancioni, Neurowissenschaftler an der Universität von Bari in Italien, konzentriert sich auf die Entwicklung unterstützender Technologie, die auf eingeschränkte Wahrnehmung oder Beweglichkeit von Menschen eingehen kann. Solche Technologie kann beispielsweise eine bestimmte Aufgabe vorgeben, die Bewegungen von Patienten in kleinen Schritten anleiten, erfassen und analysieren, und durch gezieltes Lob auf das Verhalten der Patienten einwirken. Solche Verhaltensinterventionen können vielseitig anwendbar und von Nutzen sein. Italienische, US-amerikanische und neuseeländische Wissenschaftler ermittelten nun unter Leitung von Prof. Lancioni in zwei kleinen Tests den Effekt technologiebasierter Verhaltensinterventionen zur Förderung von Alltagsaktivitäten und Bewegung (Spaziergänge) bei Menschen mit der Alzheimerdemenz. Dazu wurden für einen Test 8 Menschen mit milder bis moderater, für einen weiteren Test 9 Menschen mit moderat bis schwerer Alzheimerdemenz eingeladen.

Können technologische Verhaltensinterventionen zur Förderung von Menschen mit der Alzheimerdemenz beitragen?

In einer ersten Untersuchung erhielten 8 Teilnehmer jeweils ein Tablet oder Smartphone mit spezieller Software. Die Programme regten die Teilnehmer dazu an, alltägliche Aktivitäten zu beginnen und durchzuführen. Dabei erhielten die Senioren eine Anleitung, um Schritt für Schritt zum Ziel zu gelangen, wurden also auch darin unterrichtet, bestimmte Tätigkeiten durchzuführen. Die Programme erinnerten auch an bestimmte Aktivitäten und lobten die Teilnehmer. Im zweiten Test erhielten 9 der Teilnehmer Gehhilfen (Rollatoren), an denen neben einem Schrittzähler ein kleines Notebook angeschlossen war. Die teilnehmenden Menschen sollten sich für kurze Phasen mit diesen Hilfen bewegen (kurze Spaziergänge) und erhielten dabei Anregung, Rückmeldung und Lob von dem Notebook für ihre Bewegungsleistung.

Notebooks zur Anleitung bei Alltagsaktivitäten und Rollatoren mit lobenden Schrittzählern

Wie nahmen die Patienten diese Methoden an? Die Teilnehmer des ersten Tests lernten tatsächlich erfolgreich, verschiedene Alltagsaktivitäten unabhängig und akkurat durchzuführen. Sie erlangten damit also etwas mehr Selbständigkeit im Alltag. Die Teilnehmer der zweiten Tests bewegten sich deutlich mehr als zuvor und schienen in positiver Weise mit dem Spazieren beschäftigt zu sein – beispielsweise lächelten sie mehr und sprachen währenddessen mehr.

Mehr Selbständigkeit im Alltag, mehr Bewegung und positive Interaktion

Diese kleine Untersuchung zeigte damit, dass technologische Mittel eine gute Methode darstellen können, Menschen mit der Alzheimererkrankung zu unterstützen. Programme zur Anregung und Unterstützung selbstständiger Aktivität und zur Förderung von Bewegung können den Patienten körperlich und geistig Gutes tun. Weitere, größere Untersuchungen mit Patienten wären wünschenswert, um solche spezialisierten Fördermittel für Menschen mit der Alzheimerdemenz weiterzuentwickeln.

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