Diabetes

Haferaufnahme und Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gesamtmortalität

Original Titel:
Oat Intake and Risk of Type 2 Diabetes, Cardiovascular Disease and All-Cause Mortality: A Systematic Review and Meta-Analysis

 
Kurz & fundiert
• 471 157 Teilnehmer mit relevanten Daten zu Typ-2-Diabetes (5 Studien), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (7 Studien) und Gesamtmortalität (3 Studien) • Hafer kann das Risiko für T2D und die Gesamtmortalität reduzieren • Kein signifikanter Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Konsum von Hafer
  MedWiss – Eine aktuelle Metaanalyse konnte einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Hafer und dem Risiko für Typ-2-Diabetes aufzeigen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) und Typ-2-Diabetes (T2D) sind weltweit die Hauptursachen für Krankheit und Mortalität. In der Vergangenheit konnte bereits gezeigt werden, dass Hafer die kardiovaskuläre Gesundheit fördert und die Insulinresistenz verbessern kann. Die Studiendaten, die den Haferkonsum mit CVD, T2D und der Gesamtmortalität in Verbindung bringen, sind allerdings bisher nicht schlüssig.

9 Artikel wurde in die Metanalyse aufgenommen

Ein internationales Forschungsteam hat nun eine systematische Metaanalyse prospektiver Kohortenstudien durchgeführt, um die Zusammenhänge zwischen dem Haferkonsum und den Risiken von T2D, CVD und der Gesamtmortalität in der Allgemeinbevölkerung zu evaluieren. Von 4 686 relevanten Referenzen wurden 9 Artikel in die Auswertung aufgenommen, die auf 8 Studien und 471 157 Teilnehmern basieren.

Haferkonsum und Typ-2-Diabetes

Ein höherer Konsum von Hafer (mehr als 5,7 g/Tag) war im Vergleich zu einer geringeren Aufnahme (weniger als 1,3 g/Tag) signifikant mit einem geringeren Risiko für T2D assoziiert. Das relative Risiko betrug 0,78 (95 %-KI: 0,74 – 0,82).

Haferkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es wurden keine signifikanten Assoziationen zwischen der Haferaufnahme und dem Risiko einer koronaren Herzkrankheit und Herzinfarkt oder einem Schlaganfall gefunden, mit einem relativen Risiko von 0,81 (95 % KI: 0,61 –1,08) bzw. 0,79 (95 % KI: 0,59 – 1,07;).

Haferkonsum und Gesamtmortalität

Beim Vergleich von Teilnehmern mit höherer (> 19 g/Tag) im Vergleich zu niedrigster Haferaufnahme, hatten sowohl Männer als auch Frauen ein signifikant geringeres Risiko für die Gesamtmortalität mit einem relativen Risiko von 0,76 (95 % KI: 0,69 – 0,85) und 0,78 (95 % KI: 0,7 – 0,87). Die meisten Studien (n = 6) waren von mittlerer bis guter Qualität.

Hafer kann das Diabetesrisiko reduzieren

Laut der Studienautoren kann der Verzehr von Hafer das Risiko für T2D und die Gesamtmortalität reduzieren, während für CVD kein signifikanter Zusammenhang gefunden werden konnte.

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