SGLT-2-Inhibitoren verringern COPD-Exazerbationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes
Original Titel:
Impact of SGLT-2i on COPD exacerbations in patients with type 2 diabetes mellitus: A systematic review and meta-analysis
- Wie Kombination von Typ-2-Diabetes und COPD behandeln?
- SGLT-2-Inhibitoren interessant aufgrund von Effekten auf Diabetes und Atemwege
- Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus Malaysia und Indien
- SGLT-2-Inhibitoren reduzierten Risiko für COPD-Exazerbationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes um 35 %
- Im Direktvergleich wirken SGLT-2-Inhibitoren besser als DPP-4-Inhibitoren und Sulfonylharnstoffe
- Bei schweren COPD-Exazerbationen kein statistisch signifikanter Nutzen
MedWiss – Eine aktuelle Metaanalyse über 8 Studien fand, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes auch bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) signifikant von modernen Diabetesbehandlungen (SGLT-2-Inhibitoren) profitieren können. Die Behandlung senkte das Risiko für COPD-Exazerbationen um 35 % im Vergleich zu anderen antidiabetischen Medikamenten.
Typ-2-Diabetes und COPD treten häufig gemeinsam auf und erhöhen so die Krankheitslast, Morbidität und Sterblichkeit. COPD-Exazerbationen haben erhebliche Auswirkungen auf Patienten mit Typ-2-Diabetes, da sie häufiger und schwerwiegender auftreten. Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT-2-Inhibitoren) sind moderne Diabetesmedikamente, die als vielversprechend gelten, da sie sowohl den Blutzuckerspiegel senken als auch möglicherweise positive Auswirkungen auf die Atemwege haben.
SGLT-2-Inhibitoren: Chance bei Diabetes mit COPD?
Zu diesem Thema wurde eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse gemäß den PRISMA-Richtlinien durchgeführt. Datenbanken wie PubMed, Embase und Web of Science wurden durchsucht. Die Analyse schloss Studien ein, die bis März 2025 veröffentlicht wurden und quantitative Angaben zu Exazerbationen und Krankenhausaufenthalten machten. Die Wissenschaftler untersuchten Effekte von SGLT-2-Inhibitoren und anderen antidiabetische Wirkstoffe auf COPD-Exazerbationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes.
Systematischer Review und Metaanalyse über 8 Studien
Insgesamt umfasste die Analyse 8 Studien mit 4 64 542 Studienteilnehmern. Das Risiko für COPD-Exazerbationen bei Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren war um 35 % gesenkt (Hazard Ratio, HR: 0,646; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,470 – 0,889). Im direkten Vergleich zu DPP-4-Inhibitoren (HR: 0,618; 95 % KI: 0,462 – 0,827) und Sulfonylharnstoffen (HR: 0,620; 95 % KI: 0,526 – 0,731) senkten SGLT-2-Inhibitoren das Risiko ebenfalls signifikant. Die Analyse fand jedoch keinen signifikanten Effekt auf schwere Exazerbationen (HR: 0,715; 95 % KI: 0,403 – 1,269). In Subgruppenanalysen erreichten SGLT-2-Inhibitoren eine geringfügige, aber signifikante Risikoreduktion für COPD-Exazerbationen gegenüber GLP-1-Rezeptoragonisten (HR: 0,940; 95 % KI: 0,890 – 0,993).
SGLT-2-Inhibitoren senken COPD-Exazerbationen signifikant
SGLT-2-Inhibitoren bieten somit einen doppelten Nutzen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und COPD, indem sie sowohl die Blutzuckerkontrolle verbessern als auch das Risiko für COPD-Exazerbationen signifikant senken. Die Ergebnisse sprechen laut der Autoren für den gezielten Einsatz dieser Medikamentengruppe bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und COPD. Weitere randomisierte, kontrollierte Studien sind notwendig, um langfristige Effekte und Mechanismen genauer zu untersuchen.
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