Medizinales Cannabis bei Epilepsie: Fallserie zu Effekten auf die Lebensqualität
Original Titel:
UK Medical Cannabis Registry: A Clinical Outcomes Analysis for Epilepsy
- Medizinales Cannabis bei Epilepsie: Studie zu Effekten auf die Lebensqualität
- Fallserie mit 134 Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie
- Ermittlung patientenberichteter Ergebnisse (PROM) zu Beginn, nach 1, 3 und 6 Monaten
- Lebensqualität und weitere PROM verbessert, gute Verträglichkeit
- Randomisiert-kontrollierte Studie nötig zur Bestätigung eines kausalen Zusammenhangs
MedWiss – Eine Fallserie mit 134 Patienten mit therapieresistenter Epilepsie fand, dass eine ergänzende Behandlung mit medizinalem Cannabis zu einer Verbesserung der Lebensqualität und weiterer patientenberichteter Ergebnisse beitrug. Die Behandlung wurde gut vertragen. Allerdings sind randomisiert-kontrollierte Studien nötig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu bestätigen.
Ein Teil der Menschen mit Epilepsie kann trotz einer Behandlung nach neuestem medizin-wissenschaftlichem Stand weiterhin Attacken erleiden und nicht symptomfrei sein. Cannabis-basierte medizinale Produkte werden für solche Fälle als mögliche ergänzende Therapie diskutiert. Allerdings besteht ein Mangel an Studien hoher Qualität zur Wirksamkeit und Sicherheit von medizinalem Cannabis. Wissenschaftler untersuchten dies nun im Rahmen einer Fallserie.
Medizinales Cannabis bei Epilepsie: Studie zu Effekten auf die Lebensqualität
Die Studie ermittelte Veränderungen in der epilepsiespezifischen und allgemeinen gesundheitsbezogenen Lebensqualität anhand von patientberichteten Ergebnissen (patient reported outcome measures, PROM). Studienteilnehmer waren Personen mit behandlungsresistenter Epilepsie. Die Fallserie erfasste Befragungen von Patienten im britischen Medizinalcannabis-Register (UK Medical Cannabis Registry) zu Lebensqualität (Quality of Life in Epilepsy-31, QOILE-31), Schlafqualität (Single-Item Sleep Quality Score, SQS), Ängsten (Generalized Anxiety Disorder-7, GAD-7) und dem gesamten, gesundheitlichen Zustand (Patient Global Impression of Change). Die Analyse verglich Ergebnisse zu Beginn der Behandlung, nach 1, 3 oder 6 Monaten.
Fallserie mit 134 Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie
Die Analyse umfasste 134 Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie. Signifikante Verbesserungen ab Behandlungsbeginn mit Medizinalcannabis zu den Monaten 1, 3 und 6 wurden in mehreren PROM zur Lebensqualität festgestellt (p < 0,050). Insgesamt 40 Patienten (29,85 %) berichteten einen klinisch bedeutsamen Unterschied in der Lebensqualität (QOLIE-31) nach 6 Monaten. Es lagen Berichte zu 18 unerwünschten Ereignissen und bei 5 Patienten (3,73 %) vor, die vorwiegend mild oder mittelschwer waren.
Der Anteil der Patienten, die eine klinisch bedeutsame Veränderung zeigten, war vergleichbar zu Zahlen aus bisherigen Studien, berichteten die Autoren. Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse hingegen war geringer als in früheren Studien, womöglich aufgrund des großen Anteils an Patienten in dieser Fallserie, die bereits Erfahrungen mit Cannabis hatten (67,16 %).
Lebensqualität und weitere PROM verbessert, gute Verträglichkeit
Die Wissenschaftler schließen, dass eine ergänzende Behandlung mit medizinalem Cannabis zu einer Verbesserung der Lebensqualität und weiterer PROM bei Patienten mit therapieresistenter Epilepsie beitrug. Die Behandlung wurde gut vertragen. Allerdings sind randomisiert-kontrollierte Studien nötig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu bestätigen.
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