Probiotika bei Leukämie-Chemotherapie
Original Titel:
Can probiotics reduce chemotherapy-induced complications in leukemia patients? A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials
- Probiotika: Mögliche ergänzende Linderung von Chemotherapie-Nebenwirkungen?
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 8 randomisiert-kontrollierte Studien
- Nahrungsergänzung mit Probiotika moderat lindernd bei Chemotherapie-induzierten Komplikationen
MedWiss – Eine Nahrungsergänzung mit Probiotika kann in moderatem Ausmaße Chemotherapie-induzierte Komplikationen bei Leukämie-Patienten lindern, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 8 randomisiert-kontrollierte Studien. Allerdings stehen bislang nur begrenzt Studien zur Verfügung. Große randomisiert-kontrollierte Studien sind daher nötig für klarere Aussagen.
Eine chemotherapeutische Behandlung ist eine der zentralen Therapien bei Leukämie. Die Behandlung geht häufig mit Nebenwirkungen einher, für die Patienten Linderung suchen. Typisch sind Symptome wie Übelkeit oder Verdauungsstörungen. Probiotika werden hierfür als mögliche ergänzende Behandlung diskutiert.
Probiotika: Mögliche ergänzende Linderung von Chemotherapie-Nebenwirkungen?
Ein systematischer Review mit Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit und Verlässlichkeit von Interventionen mit Probiotika, um Chemotherapie-induzierte Komplikationen bei Patienten mit Leukämie zu lindern.
Die Recherche ermittelte randomisiert-kontrollierte Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science, Cochrane Library, China National Knowledge Infrastructure und Wanfang Data, mit Veröffentlichungsdaten bis 5. März 2024. Eingeschlossene Studien verglichen ergänzende Probiotika mit der Standardversorgung bei Menschen mit Leukämie, die chemotherapeutisch behandelt wurden. Die Studien betrachteten verschiedene mögliche Chemotherapie-bezogene unerwünschte Ereignisse.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 8 randomisiert-kontrollierte Studien
Die Metaanalyse schloss 8 randomisiert-kontrollierte Studien mit zusammen 753 Patienten ein. Im Vergleich zur Standardversorgung reduzierten Probiotika Symptome wie Verstopfung, Übelkeit, Chemotherapie-induzierte Diarrhö, Blähungen, Erbrechen und Magenverstimmung signifikant.
- Verstopfung: Odds Ratio, OR: 0,61; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,30 – 1,24; p < 0,05
- Übelkeit: OR: 0,51; 95 % KI: 0,41 – 0,63; p < 0,00001
- Chemotherapie-induzierte Diarrhö: OR: 0,39; 95 % KI: 0,26 – 0,57; p < 0,00001
- Blähungen: OR: 0,38; 95 % KI: 0,20 – 0,76; p = 0,006
- Erbrechen: OR: 0,62; 95 % KI: 0,39 – 0,98; p = 0,04
- Magenverstimmung: OR: 0,55; 95 % KI: 0,31 – 0,95; p = 0,03
Es wurden Verbesserungen in Blutspiegeln von Procalcitonin und dem proinflammatorischen Zytokin TNF-alpha festgestellt. Die Qualität der Evidenz war für die meisten Behandlungsergebnisse hoch, mit Evidenz mittlerer Qualität für Dyspepsie, Verstopfung und Erbrechen.
Nahrungsergänzung mit Probiotika moderat lindernd bei Chemotherapie-induzierten Komplikationen
Die Autoren schließen, dass eine Nahrungsergänzung mit Probiotika in moderatem Ausmaße Chemotherapie-induzierte Komplikationen bei Leukämie-Patienten lindern kann. Allerdings stehen bislang nur begrenzt Studien zur Verfügung. Große randomisiert-kontrollierte Studien sind daher nötig für klarere Aussagen.
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