Erhöhtes Alzheimer-Risiko bei Krebserkrankung

Original Titel:
Associations Between Malignant Tumors and Alzheimer's Disease: A Cross-Sectional Study

Kurz & fundiert

  • Haben Krebspatienten ein größeres Risiko für Alzheimer?
  • Analyse von Daten von 9 274 Studienteilnehmern aus großer Ernährungs- und Gesundheitsstudie (NHANES)
  • Krebserkrankung ging mit erhöhtem Alzheimer-Risiko einher
  • Assoziation besonders stark bei Menschen mit Prostatakrebs oder Darmkrebs sowie bei jüngeren Patienten

 

MedWiss – Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Alzheimer. Sie stellten fest, dass Krebserkrankungen mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer einhergingen – insbesondere bei Prostatakrebs, Darmkrebs und jüngeren Krebspatienten.


Mit dem Alter und mit bestimmten Erkrankungen steigt das Risiko für weitere Erkrankungen. Das Risiko zu kennen, ist wichtig, um gezielt vorsorgen zu können. Wissenschaftler untersuchten das Alzheimer-Risiko bei Personen mit und ohne Krebserkrankung. Sie wollten herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen gibt und ob Krebspatienten ein größeres Risiko für Alzheimer haben.

Alzheimer-Risiko: Unterschiedlich bei Personen mit und ohne Krebserkrankung?

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Studie die Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2013 bis März 2020. Auf diese Weise gelangten sie an die Daten von 9 274 Studienteilnehmern, die mindestens 20 Jahre alt waren. Sie untersuchten in multivariaten Analysen den Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Risiko für Alzheimer.

Analyse von nationaler Gesundheitsstudie NHANES über 9 274 Studienteilnehmer

Von den 9 274 Studienteilnehmern litten 1 432 an einer Krebserkrankung. Die multivariate Analyse zeigte einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Alzheimer. Patienten mit Krebserkrankung hatten demnach ein 1,30-mal so hohes Risiko, an Alzheimer zu erkranken (Odds Ratio, OR: 1,30; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,05 – 1,61; p = 0,017). Im Vergleich zu Patienten mit anderen Krebserkrankungen hatten Patienten mit Darmkrebs (OR: 1,95; 95 % KI: 1,08 – 3,52; p = 0,027) oder Prostatakrebs (OR: 1,67; 95 % KI: 1,06 – 2,65; p = 0,028) ein größeres Alzheimer-Risiko. Zudem wurde bei Patienten unter 65 Jahren und bei Patienten mit mittlerem bis hohem Einkommen eine stärkere Assoziation gefunden. Weitere Analysen unter Einbeziehung der Neurofilament-Leichtketten-Spiegel deuteten darauf hin, dass Krebserkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung leichter kognitiver Beeinträchtigungen assoziiert sein könnten (OR: 1,52; 95 % KI: 1,01 – 2,27; p = 0,044).

Größeres Risiko für Alzheimer bei Krebspatienten

Krebserkrankungen standen somit mit einem höheren Alzheimer-Risiko im Zusammenhang. Das galt insbesondere für Darmkrebs und Prostatakrebs. Das erhöhte Alzheimer-Risiko sollte bei den Nachsorgeuntersuchungen von Krebspatienten berücksichtigt werden, um gegebenenfalls frühzeitig entgegensteuern zu können.

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