Ensartinib senkt Rückfallrisiko bei ALK-positivem Lungenkrebs nach Operation
Original Titel:
Ensartinib in Resected ALK-Positive Non-Small-Cell Lung Cancer
- Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) mit Mutation des ALK-Gens (ALK-positiv): Ensartinib?
- Randomisiert-kontrollierte, doppelblinde Phase-3-Studie
- Täglich Ensartinib oder Placebo nach vollständiger Resektion und adjuvanter Chemotherapie
- 274 Patienten mit ALK-positivem NSCLC im Stadium IB – IIIB
- Verbessertes krankheitsfreies Überleben mit Ensartinib
- Häufiger schwere unerwünschte Ereignisse (vor allem Hautausschlag) als unter Placebo
MedWiss – Eine Therapie mit Ensartinib nach vollständiger Resektion und adjuvanter Chemotherapie ging bei Patienten mit ALK-positivem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IB – IIIB mit einem verbesserten krankheitsfreien Überleben einher. Zu diesem Ergebnis kam eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studie mit 274 Patienten.
Veränderungen des Gens für die Anaplastische Lymphomkinase (ALK), insbesondere ALK-Genfusionen, können zu einer dauerhaften Aktivierung des ALK-Proteins führen und dadurch das Wachstum von Tumorzellen fördern. ALK-Veränderungen treten bei verschiedenen Tumorerkrankungen auf, unter anderem beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC). Wirkstoffe, die die ALK blockieren und den dadurch aktivierten Signalweg hemmen, sind daher vielversprechende Therapieoptionen, um das Wachstum ALK-positiver Tumoren zu verhindern oder zu verlangsamen. Ensartinib ist ein solcher Wirkstoff, der in den USA für die Behandlung bestimmter Patienten mit ALK-positivem NSCLC zugelassen ist.
ALK-positives nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom: Wirkt Ensartinib?
Wissenschaftler aus China untersuchten in einer randomisierten, doppelblinden Phase-3-Studie, ob Ensartinib im Vergleich zu Placebo das krankheitsfreie Überleben von Patienten mit ALK-positivem NSCLC im Stadium IB – IIIB nach vollständiger Resektion und adjuvanter Chemotherapie verbessert.
An der randomisierten, doppelblinden Phase-3-Studie nahmen Patienten mit ALK-positivem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) im Stadium IB – IIIB teil, bei denen der Tumor vollständig entfernt worden war und die sich zuvor einer adjuvanten Chemotherapie unterzogen hatten. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt: Ensartinib-Gruppe und Kontrollgruppe (je 137 Patienten). Während die Ensartinib-Gruppe über einen Zeitraum von 24 Monaten einmal täglich 225 mg Ensartinib bekam, erhielt die Kontrollgruppe stattdessen ein Placebo. Die Wissenschaftler verglichen das krankheitsfreie Überleben der beiden Patientengruppen.
Randomisiert-kontrollierte Studie mit 274 Patienten: Ensartinib vs. Placebo bei NSCLC nach adjuvanter Chemotherapie
Insgesamt nahmen 274 Patienten an der Studie teil. Nach 24 Monaten waren von den Patienten mit Lungenkrebs im Stadium II – IIIB mehr Patienten in der Ensartinib-Gruppe am Leben und krankheitsfrei (86,4 %) als in der Kontrollgruppe (53,5 %). Im Vergleich zur Kontrollgruppe war das Risiko für einen Krankheitsrückfall oder Tod unter Ensartinib um 80 % reduziert (Hazard Ratio, HR: 0,20; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,11 – 0,38; p < 0,001). Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich bei der Auswertung der Gesamtpopulation mit NSCLC im Stadium IB bis IIIB. Nach 24 Monaten waren in der Ensartinib-Gruppe 87,3 % der Patientinnen und Patienten am Leben und krankheitsfrei, verglichen mit 57,2 % in der Kontrollgruppe. Das Risiko für einen Krankheitsrückfall oder Tod war unter Ensartinib ebenfalls um etwa 80 % reduziert (HR: 0,20; 95 % KI: 0,10 – 0,37; p < 0,001). Schwere unerwünschte Ereignisse (≥ Grad 3) traten bei 35,8 % der Patienten unter Ensartinib und bei 18,2 % der Patienten unter Placebo auf. Das häufigste schwere unerwünschte Ereignis unter Ensartinib war Hautausschlag.
Besseres krankheitsfreies Überleben mit Ensartinib
Patienten mit ALK-positivem NSCLC im Stadium IB – IIIB konnten nach vollständiger Resektion und adjuvanter Chemotherapie von Ensartinib profitieren. Dies äußerte sich durch ein verbessertes krankheitsfreies Überleben im Vergleich zur Kontrollgruppe.
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