Einfluss hormoneller Verhütungsmethoden auf das Darmkrebsrisiko

Original Titel:
Contemporary hormonal contraception and colorectal cancer in premenopausal women: nationwide cohort study

Kurz & fundiert

  • Hormonelle Verhütungsmethoden: Einfluss auf Darmkrebsrisiko?
  • Landesweite Kohortenstudie aus Dänemark mit Daten von 1 956 948 prämenopausalen Frauen
  • Ähnlich großes Darmkrebsrisiko bei Frauen, die aktuell oder in der Vergangenheit hormonell verhütet hatten, im Vergleich zu Frauen, die nie hormonelle Verhütungsmethoden angewendet haben

 

MedWiss – In einer landesweiten Kohortenstudie aus Dänemark fanden Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen der Anwendung hormoneller Verhütungsmethoden und dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken –  auch nicht bei einer Anwendung von mehr als 10 Jahren.


Hormonelle Verhütungsmethoden sind weitverbreitet und können das Risiko für bestimmte Krebsarten beeinflussen. Zusammenhänge wurden beispielsweise mit Brustkrebs und Eierstockkrebs berichtet. Wissenschaftler aus Dänemark untersuchten in einer landesweiten Kohortenstudie, ob sich hormonelle Verhütungsmittel auch auf das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, auswirken.

Hormonelle Verhütung: Einfluss auf Darmkrebsrisiko?

Für die landesweite Kohortenstudie nutzen die Wissenschaftler Daten von Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren, die zwischen 1995 und 2021 mindestens 5 Jahre in Dänemark lebten. Frauen mit Krebserkrankung oder Sterilisation in der Vorgeschichte sowie Frauen, denen die Gebärmutter oder der Eierstöcke operativ entfernt worden waren, wurden von der Analyse ausgeschlossen. Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Anwendung hormoneller Verhütungsmethoden und dem Auftreten von Darmkrebs.

Landesweite Kohortenstudie aus Dänemark mit 1 956 948 prämenopausalen Frauen

Die Studie umfasste Daten von 1 956 948 Frauen. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 12,5 Jahren erkrankten 1 878 Frauen an Darmkrebs. Im Vergleich zu Frauen, die nie hormonell verhütet hatten, trat Darmkrebs bei Frauen, die derzeit oder in der Vergangenheit hormonelle Verhütungsmethoden angewendet hatten, ähnlich häufig auf (Inzidenzratenvehältnis, IRR: 0,94; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,83 – 1,06). Bei genauerer Betrachtung fiel auf, dass dies sowohl für eine Anwendung von weniger als 5 Jahren (IRR: 0,97; 95 % KI: 0,85 – 1,11) als auch für eine Anwendung über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren galt (IRR: 0,86; 95 % KI: 0,62 – 1,18). Die Wissenschaftler betrachteten zudem die genaue Art der hormonellen Verhütung. Zwischen neueren und älteren kombinierten oralen Verhütungsmitteln wurden keine wesentlichen Unterschiede festgestellt. Die am häufigsten verwendeten Gestagenpillen (IRR: 1,09; 95 % KI: 0,74 – 1,61) hatten ebenso wie das am häufigsten verwendete nicht-orale Gestagenpräparat, die Levonorgestrel-freisetzende Spirale (IRR: 0,96; 95 % KI: 0,81 – 1,15), keinen signifikanten Einfluss auf das Darmkrebsrisiko.

Kein Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Darmkrebsrisiko

Die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel war demnach bei prämenopausalen Frauen nicht mit einem erhöhten oder verminderten Darmkrebsrisiko verbunden. Auch bei unterschiedlicher Anwendungsdauer und verschiedenen Präparaten zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede.

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