PCOS bei Heranwachsenden: Risiko für Metabolisches Syndrom
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bei Heranwachsenden: Risiko für Metabolisches Syndrom?
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien
- 1 789 Teilnehmerinnen (PCOS: n = 1 005; Kontrollen: n = 784)
- Heranwachsende mit PCOS: MetS-Hinweise Bauchfett, systolischer Blutdruck und Triglyzeride
MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien fand, dass Heranwachsende mit PCOS ein signifikant erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom haben. Dabei sollte besonders auf abdominelle Adipositas, systolischem Blutdruck und erhöhte Triglyzerid-Spiegel geachtet werden, so das Fazit, um frühzeitig Probleme zu erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine häufige hormonelle Störung, die bereits bei heranwachsenden Frauen auftritt. PCOS geht mit veränderten Geschlechtshormonen und Änderungen im Zucker- und Fettstoffwechsel einher, mit einer Vielzahl an möglichen Symptomen und Folgeproblemen. Das metabolische Syndrom (MetS), definiert als Kombination von gestörtem Glukose- und Fettstoffwechsel, erhöhtem Blutdruck und Übergewicht, ist ein häufig auftretendes Folgeproblem des PCOS. MetS ist auch ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Entsprechend wichtig ist es, die Risiken für MetS bei heranwachsenden Frauen mit PCOS besser zu verstehen.
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bei Heranwachsenden: Risiko für Metabolisches Syndrom?
Wissenschaftler untersuchten dies nun in einem systematischen Review mit Metaanalyse. Die systematische Recherche ermittelte relevante Beobachtungsstudien in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Embase, Cochrane Library und Web of Science mit Veröffentlichung bis September 2025. Die Analyse berücksichtigte Studien mit heranwachsenden Mädchen und Frauen zwischen 10 und 20 Jahren mit und ohne PCOS.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien
Die Metaanalyse umfasste 13 Studien, davon 5 Querschnittstudien, 6 Fall-Kontrollstudien und 2 Kohortenstudien mit zusammen 1 789 Teilnehmerinnen (PCOS: n = 1 005; Kontrollen: n = 784). Heranwachsende mit PCOS hatten demnach ein signifikant höheres Risiko für MetS als Teilnehmerinnen der Kontrollgruppen (Odds Ratio, OR: 2,61; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,83 – 3,74; p < 0,001). Die PCOS-Gruppe wies signifikant höhere Werte in bestimmten MetS-Komponenten auf:
- Taillenumfang: Mittelwertdifferenz, MD: 3,23 cm; 95 % KI: 0,91 – 5,55; p = 0,006
- Systolischer Blutdruck: MD: 3,80 mmHg; 95 % KI: 0,59 – 7,00; p = 0,020
- Triglyzeride: MD: 5,76 mg/dl; 95 % KI: 1,05 – 10,46; p = 0,017
Es konnten hingegen keine statistisch signifikanten Unterschiede im diastolischen Blutdruck, HDL-Lipoprotein oder dem Nüchtern-Blutzuckerspiegel festgestellt werden.
Heranwachsende mit PCOS: MetS-Hinweise Bauchfett, systolischer Blutdruck und Triglyzeride
Die Autoren schließen, dass Heranwachsende mit PCOS ein signifikant erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom haben, speziell mit Schwerpunkten auf abdomineller Adipositas, systolischem Blutdruck und erhöhten Triglyzerid-Spiegeln. Demnach sollte bei Mädchen und jungen Frauen mit PCOS besonders auf diese Aspekte geachtet werden, um sich entwickelnde Probleme frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.