Marker für biologisches Altern

Original Titel:
Biologically Younger Individuals, as Identified by MARK-AGE Biological Age Scores, Display a Distinct Favourable Blood Chemistry Profile Regardless of Age

Kurz & fundiert

  • Alterungsprozesse mit Biomarkern sichtbar machen: Gibt es relevante Warnhinweise?
  • Bioalter-Score und Altersdifferenz: 3 300 Personen im Alter von 35 – 74 Jahren
  • 362 klinisch-chemische, genetische, zelluläre oder molekulare Biomarker
  • Unterschiedliche Rollen von Alterungs-Biomarkern
  • Altersdifferenz zwischen biologischem und chronologischem Alter: Vitamin-D-Spiegel und spezifische Immunzellen
  • Chronologisches Alter: Blutzuckerspiegel und Langzeitblutzuckerwert

 

MedWiss Manche Biomarker für Alterungsprozesse könnten die Alterungs-Geschwindigkeit anzeigen und als Hinweise für gesundheitsfördernde Maßnahmen dienen. Andere Marker hängen jedoch vermutlich nur mit dem chronologischen Alter zusammen. Dies fand eine Analyse über 3 300 Personen und hunderten von Biomarkern. 


Die individuelle Alterung kann anhand von biologischen Merkmalen die Veränderungen der Körperfunktionen und -zusammensetzung aufgrund von Alterungsprozessen aufzeigen. Dies wird dazu genutzt, eine Vorhersage der Lebenserwartung zu treffen. Solche Alterungs-Biomarker könnten aber auch hilfreich sein, um Risiken für mit dem Alter assoziierte Erkrankungen einzuschätzen und gezielt präventive Maßnahmen zu ergreifen. Somit können Alterungs-Biomarker womöglich als frühe Warnhinweise genutzt werden.

Alterungsprozesse mit Biomarkern sichtbar machen: Relevante Warnhinweise?

Das MARK-AGE-Consortium führte eine systematische Bevölkerungsstudie mit Teilnehmern aus 8 europäischen Ländern durch, um eine Reihe möglicher Biomarker für die Alterung zu ermitteln. Für jeden Teilnehmer wurden insgesamt 362 klinisch-chemische, genetische, zelluläre oder molekulare Biomarker analysiert. Mit statistischen Modellen und maschinellem Lernen ermittelten die Wissenschaftler Algorithmen zur Einschätzung eines ‘Bioalter-Score’ einer Person. Anhand dieser Scores bestimmte die Studie eine Altersdifferenz zwischen dem biologischen Alter und dem tatsächlichen, chronologischen Alter.

Um zu ermitteln, ob die mit dem Bioalter-Score bestimmte Altersdifferenz tatsächlich mit bekannten, erwarteten Unterschieden im biologischen Alter übereinstimmt, analysierten die Autoren dies anhand von Personen mit dem Down-Syndrom, bei denen in manchen Aspekten eine beschleunigte Alterung bekannt ist. Zudem betrachtete die Studie Zigarettenrauchen als bekannten Faktor, der die Alterung beschleunigt, sowie Hormonersatztherapie bei Frauen nach der Menopause, von der bekannt ist, dass sie manchen alterungsbedingten Veränderungen entgegenwirkt.

Bioalter-Score und Altersdifferenz: 3 300 Personen im Alter von 35 – 74 Jahren

Die MARK-AGE Studie umfasste 3 300 Personen im Alter von 35 – 74 Jahren. Die Analyse ermittelte 10 Biomarker für jeweils Frauen und Männer zur Einschätzung des Bioalter-Scores. Mit diesen Biomarkern fand die Studie, dass Personen mit dem Down-Syndrom sowie rauchende Frauen im Schnitt biologisch älter sind als ihr chronologisches Alter. Frauen nach der Menopause mit einer Hormonersatztherapie sind hingegen biologisch jünger. Die Altersdifferenz zwischen biologischem und chronologischem Alter, aber nicht das chronologische Alter selbst, korrelierte linear mit dem Vitamin-D-Spiegel sowie mit spezifischen Immunzellen (CD3+ CD4+/CD45+). Dabei wurden bei biologisch jüngeren Personen Werte gemessen, die mit einer besseren Gesundheit in Zusammenhang stehen. Andere Marker wie der Blutzuckerspiegel sowie der Langzeitblutzuckerwert HbA1c korrelierten hingegen mit dem chronologischen Alter, aber nicht mit der Altersdifferenz.

Unterschiedliche Rollen von Alterungs-Biomarkern

Die Autoren schließen, dass die Studienergebnisse auf unterschiedliche Rollen von Alterungs-Biomarkern deuten: Eine Gruppe von Markern könnte die Geschwindigkeit von Alterungsprozessen anzeigen und womöglich Elemente pathologischer Prozesse darstellen. Andere Marker könnten hingegen lediglich Nebeneffekte des Alterungsprozesses sein. Dies besser zu verstehen, bedarf weiterer, großer Studien.

Weitere Informationen zu Prävention und HealthyAging auch bei staYoung 

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