GLP-1-Rezeptoragonisten gegen Diabetes und Adipositas – auch gegen Darmkrebs?
- GLP-1-Rezeptoragonisten gegen Diabetes und Adipositas – auch gegen Darmkrebs?
- Systematischer Review mit Metaanalyse von 17 Studien mit 36 415 Patienten mit Typ-2-Diabetes oder Adipositas
- GLP-1-Rezeptoragonisten mit geringerem Risiko für Dickdarmkrebs assoziiert
- Kein Zusammenhang zwischen Darmkrebs allgemein, kolorektalem Karzinom sowie Enddarmkrebs und GLP-1-Rezeptoragonisten
MedWiss – In einem systematischen Review mit Metaanalyse fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten und einem geringeren Risiko für Dickdarmkrebs. Auf das Risiko für Darmkrebs allgemein, Enddarmkrebs und kolorektale Karzinome hatten GLP-1-Rezeptoragonisten keinen Einfluss.
GLP-1-Rezeptoragonisten senken den Blutzucker, werden vor allem zur Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt und kommen dank ihrer appetithemmenden Effekte auch bei der Behandlung von Adipositas zum Einsatz. Diabetes gilt als ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs. Wissenschaftler aus China untersuchten nun in einem systematischen Review mit Metaanalyse, ob GLP-1-Rezeptoragonisten einen positiven Effekt auf das Darmkrebsrisiko haben könnten.
GLP-1-Rezeptoragonisten gegen Diabetes und Adipositas – auch gegen Darmkrebs?
Die Wissenschaftler durchsuchten verschiedene internationale Datenbanken nach geeigneten randomisierten Studien, die den Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten und dem Risiko für kolorektale Karzinome, Dickdarmkrebs, Enddarmkrebs und Darmkrebserkrankungen insgesamt untersuchten und bis zum 13. Juni 2024 veröffentlicht wurden.
Systematischer Review mit Metaanalyse von 17 Studien
Insgesamt erfüllten 17 randomisierte Studien, die die Daten von 36 415 Patienten enthielten, die Kriterien und wurden in die Metaanalyse einbezogen. Die zusammenfassende Analyse zeigte, dass die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem geringeren Risiko für Dickdarmkrebs (Risk Ratio, RR: 0,34; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,17 – 0,68) einherging. Auf das Risiko für folgende Erkrankungen schienen GLP-1-Rezeptoragonisten hingegen keinen Einfluss zu haben: kolorektales Karzinom (RR: 1,13; 95 % KI: 0,92 – 1,39), Enddarmkrebs (RR: 3,64; 95 % KI: 0,76 – 17,40) und Darmkrebs allgemein (RR: 0,76; 95 % KI: 0,31 – 1,84).
Geringeres Risiko für Dickdarmkrebs unter GLP-1-Rezeptoragonisten
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes oder Adipositas war die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem geringeren Risiko für Dickdarmkrebs assoziiert. Bei der Betrachtung von Darmkrebs allgemein konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.