Immuntherapie in Tablettenform bei Hausstaubmilben-bedingtem allergischem Asthma
Original Titel:
The Efficacy of Sublingual Immunotherapy in Patients With House Dust Mite Allergic Asthma-A Systematic Review
- Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie mit Hausstaubmilbenextrakt bei allergischem Asthma?
- Systematischer Review mit Metaanalyse von 15 Studien
- 13 der 15 Studien berichten signifikante Verbesserung der Asthmasymptome
- Verbesserung der Lungenfunktion bei 6 von 10 untersuchten Studien
- Reduktion der Asthmamedikation in 6 von 8 Studien
MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 15 Studien zeigte, dass die sublinguale Immuntherapie mit Hausstaubmilbenextrakt bei der Mehrzahl der untersuchten Studien die Asthmasymptome verbessert und die tägliche Dosis inhalativer Kortikosteroide reduziert, während die Effekte auf die Lungenfunktion uneinheitlich ausfallen.
Menschen mit allergisch bedingten Asthmasymptomen erreichen mit Asthma-Sprays allein nicht immer ausreichende Symptomkontrolle. Die Allergen-Immuntherapie kann eine relevante ergänzende Behandlungsoption darstellen, die das Immunsystem an die Allergene gewöhnt und so zu einer weniger starken Immunreaktion führen kann.
Asthma durch Hausstaub: Hilft die Immuntherapie?
Gegen Allergien gibt es zwei Immuntherapien: Tabletten/Tropfen unter die Zunge (sublingual) oder Spritzen unter die Haut (subkutan). Das Ziel eines systematischen Reviews mit Metaanalyse war es, die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie (SLIT) bei durch Hausstaubmilben (HDM) ausgelöstem allergischem Asthma darzustellen und zu evaluieren.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 15 Studien
Insgesamt erfüllten 15 Studien die festgelegten Kriterien und wurden in die Metaanalyse eingeschlossen. Alle Studien untersuchten die Wirksamkeit der Hausstaubmilben-SLIT-Tablette bei Menschen mit durch Hausstaubmilben ausgelöstem Asthma.
Von den 15 Studien berichteten 13 über signifikante Verbesserungen der Asthmasymptome, während 2 Studien keine Veränderungen feststellten. 10 Studien untersuchten die Lungenfunktion anhand von Parametern wie der Einsekundenkapazität (Forced Expiratory Volume in 1 Second, FEV1), dem Peak Expiratory Flow (PEF) sowie dem Verhältnis von FEV1 zur forcierten Vitalkapazität (FVC). 6 dieser Studien zeigten signifikante Verbesserungen, während 4 keine signifikanten Veränderungen nachweisen konnten.
8 der 15 Studien analysierten zusätzlich den Einfluss der Therapie auf die verordnete Asthmamedikation. 6 Studien berichteten eine signifikante Reduktion der mittleren täglichen Dosis inhalativer Kortikosteroide um bis zu 300+ µg/Tag. Eine Studie zeigte eine signifikante Reduktion des Medikamentenverbrauchs gemäß den Stufenschemata der Global Initiative for Asthma (GINA), während eine weitere Studie keine signifikante Reduktion feststellen konnte.
Verbesserte Asthmakontrolle und weniger Medikamentenverbrauch durch Immuntherapie
In der Mehrzahl der in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien war die Hausstaubmilben-SLIT somit mit einer Verbesserung der Asthmakontrolle sowie einer Reduktion der täglichen Dosis inhalativer Kortikosteroide assoziiert. Die Ergebnisse hinsichtlich therapiebedingter Veränderungen der Lungenfunktion sind hingegen uneinheitlich und zeigen kein konsistentes Bild.
© Alle Rechte: MedWiss.online