Oligometastasierter Prostatakrebs: Besserer Krankheitsverlauf bei gezielter Behandlung von Metastasen
Original Titel:
Metastasis-directed therapy and standard of care versus standard of care for oligometastatic prostate cancer (WOLVERINE): a systematic review and individual patient data meta-analysis from the X-MET collaboration
- Oligometastasierter Prostatakrebs: Metastasen-gerichtete Therapie zusätzlich zur Standardbehandlung von Vorteil?
- Systematischer Review mit Metaanalyse von 6 Studien
- Zusätzliche Metastasen-gerichtete Therapie: Längeres progressionsfreies Überleben, längeres radiologisch progressionsfreies Überleben und längeres Überleben ohne Kastrationsresistenz
MedWiss – Bei oligometastasiertem Prostatakrebs kann es von Vorteil sein, die Metastasen zusätzlich zur Standardtherapie direkt zu behandeln. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in einer Metaanalyse mit individuellen Patientendaten.
Hat der Prostatakrebs bereits Metastasen gebildet, kommen systemische Therapien zum Einsatz, die im gesamten Körper wirken. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Metastasen gezielt zu behandeln, welche zunehmend bei oligometastasiertem Prostatakrebs angewandt wird. Doch hat die zusätzliche direkte Behandlung der Metastasen einen Nutzen für die Betroffenen? Dieser Frage ging ein internationales Forscherteam in einer Metaanalyse mit individuellen Patientendaten nach.
Prostatakrebs: Hat zusätzliche direkte Behandlung der Metastasen einen Nutzen?
In ihrer systematischen Recherche durchsuchten die Wissenschaftler die internationalen medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Embase, PubMed, CENTRAL, MEDLINE und ClinicalTrials.gov nach geeigneten randomisierten Studien, die Patienten mit oligometastasiertem Prostatakrebs (bis zu 5 Metastasen) einschlossen, Daten zum progressionsfreien Überleben und Gesamtüberleben beinhalteten und bis zum 04.05.2025 veröffentlicht worden waren. Individuelle Patientendaten wurden von den jeweiligen Studienleitern zur Verfügung gestellt. Die primäre Analyse wurde in der Teilgruppe der Studien durchgeführt, in denen Patienten randomisiert entweder Metastasen-gerichtete Therapie in Kombination mit der Standardtherapie oder ausschließlich die Standardtherapie erhielten. Die Wissenschaftler interessierten sich für das progressionsfreie Überleben, das Gesamtüberleben, das radiologisch progressionsfreie Überleben und das Überleben ohne Kastrationsresistenz.
Systematischer Review mit Metaanalyse mit individuellen Patientendaten von 6 Studien
Insgesamt wurden 6 Studien mit 472 Patienten in die Analyse eingeschlossen. 248 Patienten erhielten zusätzlich zur Standardtherapie eine Metastasen-gerichtete Therapie, während sich 224 Patienten ausschließlich der Standardtherapie unterzogen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 40,7 Monate (Interquartilbereich, IQR: 25,6 – 53,7 Monate).
Die Analyse der Daten ergab, dass Metastasen-gerichtete Therapie mit einem längeren progressionsfreien Überleben, einem besseren radiologisch progressionsfreien Überleben und einem besseren Überleben ohne Kastrationsresistenz einherging:
- Progressionsfreies Überleben
- Hazard Ratio, HR auf Studienebene: 0,44; 95 % Konfindenzintervall, KI: 0,35 – 0,56; p < 0,0001
- HR auf Patientenebene: 0,45; 95 % KI: 0,35 – 0,57; p < 0,0001
- Radiologisch progressionsfreies Überleben
- HR auf Studienebene: 0,60; 95 % KI: 0,42 – 0,85; p = 0,0039
- HR auf Patientenebene: 0,59; 95 % KI: 0,46 – 0,76; p < 0,0001
- Überleben ohne Kastrationsresistenz
- HR auf Studienebene: 0,58; 95 % KI: 0,37 – 0,92; p = 0,019
- HR auf Patientenebene: 0,58; 95 % KI: 0,37 – 0,91; p = 0,017
Der Zusammenhang zwischen Metastasen-gerichteter Therapie und dem Gesamtüberleben war statistisch nicht signifikant, zeigte jedoch eine Tendenz zu einem besseren Gesamtüberleben bei zusätzlicher Metastasen-gerichteter Therapie (HR auf Studienebene: 0,63; 95 % KI: 0,39 – 1,00; p = 0,051; HR auf Patientenebene: 0,64; 95 % KI: 0,40 – 1,01; p = 0,057).
Metastasen-gerichtete Therapie mit besserem Krankheitsverlauf assoziiert
Patienten mit oligometastasiertem Prostatakrebs konnten somit davon profitieren, wenn sie sich zusätzlich zur Standardbehandlung einer Metastasen-gerichteten Therapie unterzogen. Dies äußerte sich durch ein längeres progressionsfreies Überleben, radiologisch progressionsfreies Überleben und Überleben ohne Kastrationsresistenz.
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