Zusammenhang zwischen Stillen und kardiometabolischem Risiko bei Frauen mit und ohne PMOS (früher PCOS)
Original Titel:
Effect of breastfeeding on cardiometabolic risk in patients with polycystic ovary syndrome
- Stillen: Einfluss auf kardiometabolisches Risiko bei Schwangerschaftsdiabetes bzw. -Bluthochdruck?
- Sekundäre Beobachtungsstudie auf Basis von zwei prospektiven Kohortenstudien
- 101 Frauen mit und 140 Frauen ohne polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS)
- Frauen mit PMOS stillten kürzer und seltener ausschließlich als Frauen ohne PMOS
- Größeres langfristiges kardiometabolisches Risiko bei Frauen mit PMOS
- Ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten mit geringerem langfristigen kardiometabolischen Risiko assoziiert
MedWiss – In einer sekundären Beobachtungsstudie auf Basis von 2 Kohortenstudien war ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und/oder schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck mit einem geringeren langfristigen kardiometabolischen Risiko assoziiert. Dies galt unabhängig davon, ob die Frauen an PMOS litten oder nicht.
Stillen kann sich positiv auf die Gesundheit der Mutter auswirken. Vor allem Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom (PMOS; früher polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) genannt) haben ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko, weshalb der protektive Effekt des Stillens gerade für sie von Bedeutung sein kann. Gleiches gilt für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und/oder schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck. Wissenschaftler aus Italien untersuchten, wie häufig Frauen mit und ohne PMOS mit Schwangerschaftsdiabetes und/oder schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck langfristig von kardiometabolischen Komplikationen betroffen sind und welche Rolle das Stillen bei diesem Risiko spielt.
Stillen: Einfluss auf kardiometabolisches Risiko bei Schwangerschaftsdiabetes bzw. -Bluthochdruck?
Für die sekundäre Beobachtungsstudie wurden die Daten aus zwei prospektiven Kohortenstudien herangezogen. Alle Frauen litten in der Schwangerschaft unter Schwangerschaftsdiabetes und/oder schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck. 18 Monate nach der Entbindung unterzogen sich alle Frauen verschiedenen Untersuchungen, darunter Blutdruckmessungen sowie orale Glukosetoleranztests. Für die Auswertung wurde unterschieden, ob die Frauen ihre Kinder in den ersten 6 Monaten ausschließlich stillten, teilweise stillten oder mit Formulanahrung ernährten.
Sekundäre Beobachtungsstudie auf Basis von zwei prospektiven Kohortenstudien
Die Studie nutzte Daten von 101 Frauen mit und 140 Frauen ohne PMOS (Kontrolle). Im Vergleich zu Frauen ohne PMOS wurde bei Frauen mit PMOS eine kürzere Stilldauer (9,6 ± 7,0 vs. 12,6 ± 5,9 Monate; p < 0,001) beobachtet. Zudem stillten Frauen mit PMOS in den ersten 6 Monaten seltener ausschließlich (39,6 % vs. 62,9 %; p < 0,001) als Frauen der Kontrollgruppe. 18 Monate nach der Entbindung litten 55,4 % der Frauen mit PMOS und 11,4 % der Frauen ohne PMOS (p < 0,001) an einer kardiometabolischen Komplikation (persistierender Bluthochdruck, gestörte Nüchternglukose, gestörte Glukosetoleranz, Typ-2-Diabetes). Multivariate Analysen zeigten, dass ausschließliches Stillen mit einem geringeren Risiko für kardiometabolische Komplikationen zusammenhing (Odds Ratio, OR: 0,14; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,05 – 0,38; p < 0,001) – auch nach Berücksichtigung von PMOS und BMI (body mass index) vor der Schwangerschaft.
Stillen mit geringerem Risiko für kardiometabolische Komplikationen assoziiert
Ausschließliches Stillen war demnach bei Frauen mit PMOS und Komplikationen in der Schwangerschaft mit einem langfristig geringeren kardiometabolischen Risiko assoziiert. Die Unterstützung und Förderung des Stillens bei Frauen, die dies wünschen, könnte insbesondere für diese Hochrisikogruppe eine wichtige, nicht-medikamentöse Strategie darstellen.
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