Brustkrebs und Kinderwunsch: Chancen auf Erholung der Ovarialfunktion nach Chemotherapie

Original Titel:
Recovery of ovarian function after chemotherapy in premenopausal women with breast cancer: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Chemotherapie bei prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs: Wiederherstellung der Ovarialfunktion?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse von 34 Studien; Daten von 10 216 Brustkrebs-Patientinnen
  • Mit zeitlichem Abstand zur Chemotherapie stieg die Wahrscheinlichkeit einer Wiederherstellung der Ovarialfunktion
  • Geringere Chancen bei höherem Alter und längerer Chemotherapiedauer

 

MedWiss – Mit zeitlichem Abstand zur Chemotherapie stieg die Wahrscheinlichkeit für die Wiederherstellung der Ovarialfunktion. Insgesamt blieb die Wahrscheinlichkeit jedoch begrenzt. Dies war das Ergebnis einer Metaanalyse mit Daten von mehr als 10 000 prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs.


Eine Brustkrebsdiagnose kann das gesamte Leben auf den Kopf stellen. Neben Sorgen und Ängsten besteht bei vielen Betroffenen auch Unsicherheit hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunft. Dies betrifft unter anderem die Familienplanung, da eine Brustkrebsbehandlung, wie die Chemotherapie, die Ovarialfunktion und damit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Mehrere Studien befassten sich bereits mit den Auswirkungen der Chemotherapie auf die Ovarialfunktion prämenopausaler Frauen mit Brustkrebs sowie mit deren möglicher Wiederherstellung im weiteren Verlauf.

Auswirkungen der Chemotherapie auf die Ovarialfunktion?

Wissenschaftler aus Vietnam und Taiwan fassten die aktuelle Datenlage zu dieser Thematik in einem systematischen Review mit Metaanalyse zusammen. Die Wissenschaftler ermittelten bei ihrer Suche in internationalen Datenbanken (PubMed, Embase, Scopus und Cochrane Library) geeignete Studien, die die Ovarialfunktion nach einer Chemotherapie bei prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs untersuchten.

Systematischer Review mit Metaanalyse von 34 Studien

Die Metaanalyse umfasste 34 Studien, die Daten von 10 216 Brustkrebs-Patientinnen enthielten. Mit der Zeit stieg die Wahrscheinlichkeit für die Erholung der Ovarialfunktion:

  • 12 Monate nach Chemotherapie: 30,4 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 17,5 – 47,5)
  • 24 Monate nach Chemotherapie: 38,5 % (95 % KI: 15,6 – 68,1)
  • 60 Monate nach Chemotherapie: 43,4 % (95 % KI: 9,4 – 84,9)

Die durchschnittliche Zeit bis zur Wiederherstellung der Ovarialfunktion lag bei 12,3 Monaten (95 % KI: 8,7 – 15,9). Die Wissenschaftler identifizierten Faktoren, die mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für die Erholung der Ovarialfunktion assoziiert waren. Dazu zählten ein höheres Alter (Odds Ratio, OR: 0,25; 95 % KI: 0,12 – 0,50) und eine längere Chemotherapiedauer (OR: 0,68; 95 % KI: 0,50 – 0,92).

Wiederherstellung der Ovarialfunktion auch Jahre nach Chemotherapie noch möglich

Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederherstellung der Ovarialfunktion stieg demnach mit zeitlichem Abstand zur Chemotherapie, blieb insgesamt jedoch begrenzt. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, wie wichtig eine frühzeitige Beratung hinsichtlich der Fruchtbarkeit und eines möglichen Kinderwunsches bereits vor Beginn der Chemotherapie ist.

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