Krebsprävention: Risikoeinschätzung und gesund leben in Deutschland
Original Titel:
Krebsprävention in der deutschen Bevölkerung
- Wie gut informiert sind Menschen in Deutschland zu Krebsrisiko und -prävention?
- Mündliche bevölkerungsrepräsentative Befragung in Deutschland mit 1 581 Teilnehmern
- Nachholbedarf: Unterschiede in Selbsteinschätzung und tatsächlichen Risiken
MedWiss – Eine bevölkerungsrepräsentative Befragung in Deutschland fand, dass Menschen das eigene Krebsrisiko häufig als gering und den eigenen Lebensstil als gesund einschätzten. Diese Wahrnehmung entsprach jedoch nicht dem tatsächlichen Gesundheitsverhalten und der im Land ermittelten Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung. Die Ergebnisse sprechen für mehr Informationsprogramme zu Krebs, Früherkennung und Prävention, so das Fazit der Autoren.
Krebs vorbeugen ist besser als Krebs behandeln, daran besteht kein Zweifel. Dazu ist es von Vorteil, das eigene Risiko gut einschätzen zu können. Wissenschaftler führten nun eine Befragung in Deutschland durch, um zu ermitteln wie gut informiert Menschen in Deutschland zu ihrem persönlichen Krebsrisiko sind und wie aktiv sie einer Krebserkrankung vorbeugen.
Wie gut informiert sind Menschen in Deutschland zu Krebsrisiko und -prävention?
Die mündliche Befragung wurde repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren im November 2023 durchgeführt. Die Autoren ermittelten Risikowahrnehmung und Lebensstil der Teilnehmer, und erfassten zudem eventuell genutzte Früherkennungsmaßnahmen und das Informationsverhalten der Befragten.
Mündliche bevölkerungsrepräsentative Befragung in Deutschland mit 1 581 Teilnehmern
Die Studie umfasste 1 581 Personen. Von diesen litten 7 % selbst an einer Krebserkrankung oder hatten eine solche überstanden, bei etwa 2 von 3 Teilnehmern gab es Krebs im persönlichen Umfeld. Die Teilnehmer schätzten nur selten (12 %) ihr persönliches Krebsrisiko als hoch ein. Die meisten der Befragten (60 %) hielten sich für gut informiert zu Prävention und Früherkennung. Regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen kamen nur bei weniger als der Hälfte (42 %) zum Einsatz, gelegentlich bei 23 %.
Die meisten Personen (64 %) schätzten ihren Lebensstil als gesund ein. Die weiteren persönlichen Angaben unterstützten diese Wahrnehmung jedoch nicht. So achteten nur 66 % der Frauen und 43 % der Männer auf gesunde Ernährung. Ein gesundes Körpergewicht zu erreichen oder zu halten war nur für 47 % der Frauen und 35 % der Männer relevant, und wenig oder keinen Alkohol zu trinken war lediglich bei 57 % der Frauen und 38 % der Männer ein Thema. Jeder 5. Mann (20 %) und jede 8. Frau (13 %) gaben an, nicht oder nicht mehr zu rauchen.
Das Verhalten, mit gesünderem Lebensstil und regelmäßigen Früherkennungsmaßnahmen, war häufiger gesundheitsförderlich bei höherem sozioökonomischem Status sowie bei Menschen, die sich als besser informiert sahen.
Nachholbedarf: Unterschiede in Selbsteinschätzung und tatsächlichen Risiken
Die bevölkerungsrepräsentative Befragung zeigt demnach, dass das eigene Krebsrisiko häufig als gering eingeschätzt wird und der eigene Lebensstil als gesund. Dies entsprach jedoch nicht den Angaben zum tatsächlichen Gesundheitsverhalten. Auch die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten sehen anders aus: Nach Daten des Robert-Koch-Instituts aus der Zeit von 2021 bis 2023 kommt es bei 49 % der Männer und 43 % der Frauen im Laufe des Lebens zu einer Krebserkrankung. Demnach würde es sich lohnen, die eigene Risikowahrnehmung zu hinterfragen und sich etwas mehr um Lebensstil und Früherkennung zu kümmern. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse für mehr Informationsprogramme zu Krebs, Früherkennung und Prävention sprechen.
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