Brustkrebs

Studie zeigt gute Wirksamkeit von neuen Medikamenten zur Behandlung von hormonabhängigem, fortgeschrittenem Brustkrebs

Original Titel:
Cyclin-dependent kinase 4/6 inhibitors as first-line treatment for post-menopausal metastatic hormone receptor-positive breast cancer patients: a systematic review and meta-analysis of phase III randomized clinical trials

Eine von acht Frauen erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. In vielen Fällen wächst der Brustkrebs in Abhängigkeit von weiblichen Geschlechtshormonen und kann durch eine Antihormonbehandlung in Kombination mit einer Operation wirksam behandelt werden. Bei einigen Frauen schreitet die Erkrankung dennoch fort. Manche Frauen erhalten auch bei der Feststellung des Krebses bereits die Diagnose einer fortgeschrittenen Erkrankung. In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen mit hormonabhängigem Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium deutlich verbessert. Eine neue Medikamentenklasse mit dem kompliziert klingendem Namen Cdk4/6-Hemmer hat besonders viel zur Ausweitung der Therapiemöglichkeiten beim hormonabhängigem, fortgeschrittenem Brustkrebs beigetragen. Medikamente aus der Gruppe der Cdk4/6-Hemmer heißen Ribociclib, Palbociclib oder auch Abemaciclib (Abemaciclib ist derzeit noch nicht in Europa zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen). Sie wirken, indem sie das Wachstum und die Vermehrung von Zellen bremsen können, so zum Beispiel von Brustkrebszellen, die hormonabhängig sind.

Wissenschaftler aus Kanada und Costa Rica haben nun gemeinsam die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten aus der Gruppe der Cdk4/6-Hemmer bei postmenopausalen (= nach den Wechseljahren) Frauen mit hormonabhängigem, fortgeschrittenem Brustkrebs untersucht. Cdk4/6-Hemmer Ribociclib, Palbociclib und Abemaciclib werden bei der Behandlung immer in Kombination mit Aromatasehemmern, die klassischerweise im Rahmen der Antihormonbehandlung eingesetzt werden, verabreicht. Die Wissenschaftler suchten nun nach Studien, bei denen die alleinige Behandlung mit Aromatasehemmern mit einer Behandlung aus Cdk4/6-Hemmern in Kombination mit den Aromatasehemmern untersucht wurde. Zu diesem Thema konnten die Wissenschaftler 3 Studien mit 1827 Patienten ausfindig machen.

Dabei zeigte sich Folgendes: Wurden die Frauen mit einem Cdk4/6-Hemmern in Kombination mit einem Aromatasehemmer behandelt, wiesen sie ein deutlich längeres krankheitsfreies Überleben auf, als wenn sie nur mit Aromatasehemmern behandelt wurden. Das krankheitsfreie Überleben kennzeichnet die Zeitspanne vom Ende einer Behandlung bis zum erneuten Ausbruch der Krankheit. Die Kombinationstherapie aus Cdk4/6-Hemmern und Aromatasehemmern erwies sich verglichen mit der alleinigen Behandlung mit Aromatasehemmern auch wirksamer in Bezug auf das Ansprechen der Patientinnen auf die Behandlung. Schwere Nebenwirkungen der Behandlung traten eher bei den Frauen mit Kombinationstherapie auf als bei Frauen mit alleiniger Aromatasehemmer-Behandlung. Die Nebenwirkungen betrafen vor allem die die blutbildenden Zellen.

Eine Kombinationsbehandlung mit den neuen Cdk4/6-Hemmern und Aromatasehemmern zeigte in dieser Studie gute Erfolge bei Patientinnen mit hormonabhängigem, fortgeschrittenem Brustkrebs. Die Kombinationsbehandlung bewirkte verglichen mit der alleinigen Therapie mit Aromatasehemmern ein längeres krankheitsfreies Überleben bei einem allgemein besseren Ansprechen auf die Behandlung.

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