Musiktherapie hilft bei COPD

Original Titel:
Music Therapy in Adults With COPD

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler führten eine Meta-Analyse zum Thema „Musiktherapie bei COPD“ durch
  • Musik wirkte sich positiv auf folgende Parameter aus:
    • Atemnot
    • Ängste
    • Schlafqualität
    • Systolischer Blutdruck
    • Diastolischer Blutdruck

MedWiss – COPD-Patienten konnten vielfältig von einer Musiktherapie profitieren. Dies stellten Wissenschaftler aus China in einer Meta-Analyse fest.


Musik kann auf unseren Körper und unsere Psyche Einfluss nehmen. Diesen Umstand macht sich die Musiktherapie zu Nutze. Wissenschaftler aus China untersuchten in einer Meta-Analyse, wie sich Musiktherapie (das Hören von Musik mit oder ohne Singen) auf verschiedene Aspekte bei COPD-Patienten auswirkt.

Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 12 Studien zusammen

Die Wissenschaftler suchten in verschiedenen Datenbanken nach geeigneten Studien, die bis zum 26. Juni 2019 veröffentlicht wurden. In die Analyse einbezogen wurden randomisierte kontrollierte Studien, die Musik entweder mit der Standardbehandlung oder mit anderen nicht-musikalischen Interventionen bei COPD-Patienten verglichen. Die Wissenschaftler fanden insgesamt 12 Studien, die ihre Kriterien erfüllten und in die Meta-Analyse einbezogen wurden (Daten von 812 Patienten). Die Wissenschaftler interessierten sich gezielt für Atemnot, Ängste, Depressionen, Schlafqualität, Lebensqualität und physiologische Parameter (wie Blutdruck und Atemfrequenz).

COPD-Patienten profitierten von der Musiktherapie

Die Analyse ergab, dass die Musiktherapie signifikant die Atemnot und Ängste reduzierte und die Schlafqualität (Pittsburgh Sleep Quality Index score) der COPD-Patienten verbesserte. Auch auf physiologische Parameter schien sich die Musik positiv auszuwirken. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten Patienten der Musik-Gruppe signifikant niedrigere systolische (-7,45; 95 % KI: -10,95-(-3,96); p<0,001) und diastolische (-4,07; 95 % KI: -7,03-(-1,12); p=0,007) Blutdruckwerte. Auf Depressionen und die krankheitsspezifische Lebensqualität (St.George’s Respiratory Questionnaire) schien Musik hingegen keinen Einfluss zu haben.

Die Musiktherapie wirkte sich somit auf verschiedene Weise positiv auf COPD-Patienten aus. Sie verbesserte Atemnot, Ängste, Schlafqualität und Blutdruck der Patienten. Auf Depressionen und die krankheitsspezifische Lebensqualität schien sie hingegen keinen Einfluss zu haben. Die Autoren der Studie merkten jedoch an, dass weitere Forschung mit größeren und länger andauernden Studien nötig ist, um diese Ergebnisse zu stützen.

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