Chronische Darmentzündung

Prävalenz von Vitamin-D-Mangel bei Morbus Crohn

Original Titel:
Prevalence of vitamin D deficiency and modifiable risk factors in patients with Crohn's disease: A prospective observational study

Kurz & fundiert

  • Vitamin-D-Mangel bei Morbus Crohn häufig?
  • Prospektive Beobachtungsstudie aus Großbritannien
  • Modifizierbare Faktoren waren Vitamin-D-haltige Lebensmittel, Nahrungsergänzungen, Sonnenexposition und Rauchen
  • Proben von 150 Probanden ausgewertet
  • Vitamin-D-Mangel bei 53,3 %

 

MedWiss – Eine aktuelle Studie hat sich mit der Prävalenz von Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen mit Morbus Crohn beschäftigt. Zudem wurden modifizierbare Risikofaktoren untersucht.


Eine von Krankenschwestern geleitete, monozentrische, prospektive Studie wurde über 5 Monate in den Jahren 2019 bis 2020 bei ambulanten Patienten mit Morbus Crohn in einem Krankenhaus in Birmingham, Großbritannien, durchgeführt. Vitamin-D (25OHD)-Spiegel wurden durch eine getrocknete Blutprobe gemessen. Es wurden folgende Daten zu modifizierbaren Risikofaktoren erhoben, darunter der Verzehr von Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln, die Verwendung von Vitamin-D-Nahrungsergänzungen, Sonnenexposition und Rauchstatus.

Prospektive Beobachtungsstudie mit 150 Morbus Crohn-Patienten

Insgesamt wurden 150 Teilnehmer (53,3 % männlich; 79,3 % weiße Briten) in die Studie einbezogen. Bei 53,3 % wurde ein Vitamin-D-Mangel (25OHD < 50 nmol/l) festgestellt. Von den Teilnehmern nahmen 32,7 % rezeptfreie Vitamin-D-Präparate ein und 20,7 % verwendeten verschreibungspflichtige Präparate. Vitamin-D-reiche Lebensmittel wurden im Allgemeinen unzureichend verzehrt. Nur wenige Probanden (18 %) hatten kürzlich ein Land mit starker Sonneneinstrahlung besucht, und nur wenige Teilnehmer (6 %) bedeckten ihren ganzen Körper mit Kleidung. Am häufigsten verwenden die Teilnehmer einen hohen Lichtschutzfaktor (80 %) mit einem medianen Lichtschutzfaktor von 45.

Morbus Crohn-Patienten haben hohes Risiko für Vitamin-D-Mangel

Patienten mit CED haben ein hohes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel, definiert durch 25OHD < 50 nmol/l, wobei die Prävalenz des Mangels in den Wintermonaten am höchsten ist. Es ist unwahrscheinlich, dass Patienten mit CED in Großbritannien den Vitamin-D-Spiegel durch Sonneneinstrahlung, Nahrungsquellen oder rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel aufrechterhalten, so das Fazit der Studienautoren. Behandler sollten deshalb Strategien für die Nahrungsergänzung mit Vitamin-D bei Patienten mit Morbus Crohn in Betracht ziehen.

 

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