Langzeitergebnisse der Teduglutid-Behandlung bei chronischem Darmversagen
Bei Patienten:innen mit Kurzdarmsyndrom und Darmversagen (KDS-DV) führt die verkleinerte Absorptionsfläche zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen und Flüssigkeiten, weshalb Betroffene oft auf eine parenterale Ernährung angewiesen sind. Teduglutid (Revestive®), ein Glucagon-ähnlicher Peptid-2-Agonist (GLP-2Agonist), kann, wie die hier vorgestellte Studie zeigt, den Bedarf an parenteraler Ernährung reduzieren und die Lebensqualität der Patient:innen verbessern. Mit Teduglutid können sowohl das benötigte Volumen der parentalen Ernährung als auch die Tage mit parentaler Ernährung reduziert werden.
Das GLP-2-Analogon Teduglutid ist für die Behandlung von Patienten:innen mit Kurzdarmsyndrom indiziert. In Deutschland wird die Anwendung durch ein strukturiertes Pflegedienstprogramm begleitet. Eine aktuelle Studie hat nun retrospektiv die Auswirkungen eine Teduglutid-Behandlung bei Patienten:innen mit KDS-DV evaluiert.
Weniger parenterale Unterstützung mit Teduglutid
Insgesamt wurden 52 mit Teduglutid behandelte Patienten:innen von 6 deutschen Zentren eingeschlossen. Zu Beginn der Teduglutid-Verabreichung erhielten 49 von 52 Patienten:innen einen parenteralen Support (PS)*. Der Mehrheit der Patienten:innen wurde eine individualisierte parenterale Ernährung (PN) (n = 32/46) verabreicht, während 13/46 handelsübliche vorgemischte Beutel erhielten. Bei Patienten mit PS-Abhängigkeit zu Studienbeginn und verfügbaren Follow-up-Daten (n = 40 – 44) führte die Behandlung mit Teduglutid nach 6 und 12 Monaten zu einer signifikanten Reduzierung folgender Parameter:
- Tage mit parenteraler Ernährung
- Kalorienbedarf
- Infusionszeit
- Infusionsvolumen
Nach einem Jahr korrelierte die Verkürzung der Infusionszeit positiv mit einer Verringerung der PN-Kalorien und des PN-Volumens. Insgesamt 30 Patienten:innen (68 %) zeigten ein Ansprechen auf die Teduglutid-Behandlung (PS-Volumenreduktion ≥ 20 %) und 6 Patienten:innen (14 %) wurden sogar vollständig von parenteraler Unterstützung entwöhnt. Nach 3-monatiger Behandlungszeit traten weniger Schlafstörungen auf und die Stuhleigenschaften verbesserten sich in Konsistenz und Häufigkeit, während die Häufigkeit der Mahlzeiten konstant blieb.
Teduglutid verbessert Lebensqualität
Die Behandlung mit Teduglutid konnte sowohl das benötigte Volumen der parentalen Ernährung als auch die Tage mit parentaler Ernährung reduzieren. Faktoren wie Schlaf und Stuhlgang der Patienten:innen konnten positiv beeinflusst werden. Diese Verbesserungen leisten einen wesentlichen Beitrag zu einer insgesamt deutlich verbesserte Lebensqualität der Betroffenen.
*parenterale Ernährung +/- i.v. Flüssigkeit
Quelle: Greif et al. Long-term results of teduglutide treatment for chronic intestinal failure – Insights from a national, multi-centric patient home-care service program. Clin Nutr ESPEN. 2022 Oct;51:222-230.
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Revestive 1,25 mg / 5 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

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Wirkstoff: Teduglutid
Zusammensetzung: Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 1,25 /5 mg Teduglutid. Nach Rekonstitution enthält jede Durchstechflasche 1,25/5 mg Teduglutid in 0,5 ml Lösung, entspr. einer Konzentration von 2,5/10 mg/ml; Sonstige Bestandteile: Pulver L-Histidin, Mannitol, Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O, Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O; Natriumhydroxid/Salzsäure (zur pH-Wert- Einstellung) (nur 5 mg); Lösungsmittel Wasser für Injektionszwecke.
Anwendungsgebiete: Behandlung von Patienten ab einem korrigierten Gestationsalter von 4 Monaten mit Kurzdarmsyndrom (KDS). Nach einem chirurgischen Eingriff sollte zunächst eine Phase der intestinalen Adaption abgewartet werden, die Patienten sollten sich in einer stabilen Phase befinden.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der sonst. Bestandteile oder das in Spuren vorhandene Tetracyclin. Aktive oder vermutete Krebserkrankung (Malignität). Patienten mit einer anamnestisch bekannten malignen Erkrankung des Gastrointestinaltraktes, einschließlich des hepatobiliären Systems und des Pankreas, in den vergangenen fünf Jahren.
Nebenwirkungen: Sehr häufig: Atemwegsinfektion, Kopfschmerzen, abdominale Distension, abdominale Schmerzen, Erbrechen, Übelkeit, gastrointestinale Stomakomplikation, Reaktion an der Injektionsstelle; Häufig: Grippeähnliche Erkrankung, verminderter Appetit, Hyperhydratation, Angst, Insomnie, kongestive Herzinsuffizienz, Dyspnoe, Husten, kolorektaler Polyp, Kolonstenose, Blähungen, Darmobstruktion, Stenose des Ductus pancreaticus, Pankreatitis, Dünndarmstenose, (akute) Cholezystitis, peripheres Ödem; Gelegentlich: Synkope, Duodenumpolyp; Nicht bekannt: Überempfindlichkeit, Magenpolyp, Flüssigkeitsretention.
Verschreibungspflichtig
Takeda Pharmaceuticals International AG, Irland
Stand der Information: Juni 2023
Fachinformation Revestive® 1,25 mg
Fachinformation Revestive® 5 mg
C-APROM/DE/REV/0203