Resistin: Neuer Biomarker bei CED

Original Titel:
Circulatory resistin levels in inflammatory bowel disease: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Resistin – Marker für Entzündung und Krankheitsaktivität bei CED?
  • Botenstoff Resistin wird vom Fettgewebe abgesondert
  • Systematische Recherche und Metaanalyse aus dem Iran
  • 19 Studien mit 1 836 Patienten
  • Höhere Resistinspiegel im Blut von CED-Patienten im Vergleich zu Kontrollen

 

MedWiss Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus dem Iran hat sich mit Resistin, einem potentiellen neuen Biomarker für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auseinandergesetzt. Die Wissenschaftler konnten sowohl bei Colitis Ulcerosa als auch bei Morbus Crohn erhöhte Resistinspiegel nachweisen, was für den Einsatz von Resistin als Biomarker für die Krankheitsaktivität bei CED spricht.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind multifaktorielle Erkrankungen, die durch chronische und rezidivierende Entzündungen des Magen-Darm-Trakts gekennzeichnet sind. CED ist eine lebenslange Erkrankung, von der weltweit 5 Millionen Menschen betroffen sind. Daher besteht ein hoher Bedarf an Markern zur Erkennung von CED und möglicher Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Therapien.

Resistin – Entzündungsmarker bei CED?

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass das Fettgewebe an Entzündungsprozessen beteiligt ist und Entzündungsbotenstoffe freisetzen kann. Auch das Peptidhormon Resistin spielt eine entscheidende Rolle bei der Modulation von Entzündungen. Eine Metaanalyse aus dem Iran hat nun die Rolle von Resistin als Entzündungsmarker bei Patienten mit CED untersucht. Zudem wurden die Resistinspiegel im Serum/Plasma von Patienten mit aktiver Erkrankung, Patienten in Remission und gesunden Kontrollpersonen verglichen.

Hierzu wurden die Datenbanken PubMed, Embase, dem Web of Science und Scopus bis Juni 2023 nach relevanten Artikeln durchsucht. Die Autoren führten eine statistische Schätzung der standardisierten Mittelwertdifferenz (MD) und des 95 % Konfidenzintervalls (95 % KI) zum Vergleich der Plasma-/Serum-Resistinspiegel zwischen CED-Patienten, Patienten in Remission und gesunde Kontrollpersonen durch.

Systematischer Review und Metaanalyse über 19 Studien und 1 836 Patienten

Insgesamt wurden 19 Studien mit 1 836 Patienten in die Metaanalyse eingeschlossen. Resistinspiegel bei CED-Patienten waren im Schnitt höher als die Resistinspiegel der gesunden Kontrollpersonen (MD: 1,33; 95 % KI: 0,58 – 2,08; p < 0,01). Dieser Unterschied bestätigte sich auch in Untergruppenanalysen mit jeweils Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Darüber hinaus wurden höhere Serum-/Plasma-Resistinspiegel in der aktiven Phase der CED festgestellt als in der Remissionsphase (MD: 1,04; 95 % KI: 0,65 – 1,42; p = 0,01). Jedoch wiesen die Patienten auch in der Remissionsphase höhere Resistinspiegel im Blut auf als gesunde Kontrollpersonen (MD: 0,60; 95 % KI: 0,15 – 1,06; p < 0,01).

Höhere Resistinspiegel bei aktiver CED und in Remission

Die Ergebnisse der Metaanalyse unterstützen die Hypothese, dass die zirkulierenden Resistinspiegel bei Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn erhöht sind. Außerdem wurden in der Remissionsphase der CED im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen höhere Resistinspiegel im peripheren Blut festgestellt. Die Autoren vermuten, dass Resistin ein Marker für die Überwachung der Krankheitsaktivität bei CED werden könnte. Laut der Studienautoren sind die bisherigen Studien jedoch inkonsistent. Weitere Untersuchungen mit größeren Populationen und einer standardisierten Methodik sind demnach erforderlich.

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