Hinweise auf anhaltende Immunaktivierung bei Fatigue nach Infektion

Original Titel:
Immunological associations in post-infective fatigue syndromes including Long COVID-a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Post-infektiöse Fatigue: Ursache anhaltende Immunaktivierung?
  • Systematischer Reviews mit Metaanalyse über 30 Studien
  • Hinweise auf Immunaktivierung: Erhöhte Spiegel immunologischer Biomarker

 

MedWiss Ein systematischer Reviews mit Metaanalyse über 30 Studien fand Hinweise auf eine mögliche, anhaltende Immunaktivierung bei post-infektiöser Fatigue. Weitere Studien sind jedoch nötig, um diese Hinweise zu erhärten, Patientenbilder und Risikogruppen zu ermitteln und mögliche Interventionen zu prüfen.


Die Krankheitsentstehung und Mechanismen, die einer post-infektiösen Fatigue, beispielsweise bei Long-COVID nach Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der Erkrankung COVID-19, sind noch weitgehend unklar. Wissenschaftler untersuchten im Rahmen eines systematischen Reviews mit Metaanalyse, ob post-infektiöse Fatigue mit einer anhaltenden Immunaktivierung assoziiert ist.

Post-infektiöse Fatigue: Ursache anhaltende Immunaktivierung?

Der systematische Review ermittelte relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, EMBASE und Web of Science. Für die Metaanalyse berücksichtigten die Autoren Studien mit Erwachsenen oder Jugendlichen mit dokumentierter akuter Infektion, die entweder eine post-infektiöse Fatigue entwickelten oder sich ohne eine solche erholten. Als Studienergebnisse untersuchte die Analyse immunologische Biomarker.

Systematischer Reviews mit Metaanalyse über 30 Studien

Der Review umfasste 30 Studien mit zusammen 5 102 Teilnehmern, von denen 833 eine post-infektiöse Fatigue oder vergleichbare Symptome entwickelten, 4 269 Personen erholten sich von der Infektion ohne folgende Fatigue. In die Metaanalyse schlossen die Autoren 11 Studien mit 413 Patienten mit post-infektiöser Fatigue ein. Bei diesen Patienten wurde ein erhöhter Spiegel weißer Blutkörperchen nach 3 – 6 Monaten festgestellt (Cohen’s d: 0,41; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,09 – 0,74). Die Patienten mit post-infektiöser Fatigue hatten im Vergleich zu Kontrollen ohne Fatigue nach der Infektion auch höhere Spiegel des Chemokins RANTES (auch als CCL5 bezeichnet; Cohen’s d: 0,45; 95 % KI: 0,16 – 0,73) und dem proinflammatorischen Zytokin TNF-α nach 6 – 12 Monaten (Cohen’s d: 0,30; 95 % KI: 0,04 – 0,57).

Hinweise auf Immunaktivierung: Erhöhte Spiegel immunologischer Biomarker

Die Autoren schließen, dass die bisherige Studienlage Hinweise auf eine mögliche, anhaltende Immunaktivierung bei post-infektiöser Fatigue bietet. Weitere Studien sind jedoch nötig, um diese Hinweise zu erhärten, Patientenbilder und Risikogruppen zu ermitteln und mögliche frühe Interventionen abzuleiten.

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