Neue Daten zu Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger in Deutschland
Forschende des Robert Koch-Instituts und des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington haben neue Schätzungen zu Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2019 sind demnach geschätzt 45.700 (95%-Unsicherheitsintervall [UI]: 31.300–64.600) Menschen im Zusammenhang („assoziiert“) mit einer antibiotikaresistenten Infektion gestorben. „Assoziiert“ bedeutet, dass eine Infektion mit einem antibiotikaresistenten Erreger zwar Todesursache war, eine betroffene Person vermutlich aber auch dann gestorben wäre, wenn der Erreger keine Resistenz aufgewiesen hätte. Davon sind geschätzt 9.600 (UI: 6.500–13.900) Menschen unmittelbar aufgrund der Resistenz des Erregers gestorben („attributabel“); wären die Betroffenen mit dem gleichen Erreger ohne Resistenz infiziert gewesen, hätten sie vermutlich überlebt. Bei der Studie handelt es sich um die bislang umfassendsten Schätzungen zur Krankheitslast durch Antibiotikaresistenz in Deutschland vor der SARS-CoV-2-Pandemie. Sie wurde im Fachmagazin „Journal of Antimicrobial Chemotherapy – Antimicrobial Resistance“ veröffentlicht („Antimicrobial resistance burden landscape in Germany in 2019: a comparative country-level estimation„, August 2025).
Laut der Studie gingen die meisten der Todesfälle auf Blutstrominfektionen, Atemwegsinfektionen und Infektionen im Bauchraum zurück. Nach Angaben der Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler wurde ein Großteil der mit Antibiotikaresistenz assoziierten Todesfälle durch fünf Krankheitserreger verursacht: Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Enterococcus faecium, Klebsiella pneumoniae und Pseudomonas aeruginosa.
Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Antibiotikaresistenz und nosokomiale Infektionen sind unter www.rki.de/antibiotikaresistenz abrufbar.