Asthma
Feinstaubpartikel gefährden Kindergesundheit
- Zusammenhang zwischen Feinstaub und Atemwegserkrankungen bei Kindern?
- Metaanalyse von 47 Beobachtungsstudien mit insgesamt 417 874 Kindern und Jugendlichen weltweit
- Signifikante Assoziation zwischen Feinstaubbelastung und dem Auftreten von Asthma und Wheezing bei Kindern und Jugendlichen
- Gefahr für die Atemwege besonders durch Partikel ≤2,5 µm (PM2,5)
- Hohe Heterogenität zwischen den Studien beobachtet
- Feinstaubreduktion zum Schutz der Atemwegsgesundheit von Kindern empfohlen
MedWiss – Eine aktuelle Übersichtsarbeit konnte zeigen, dass die Belastung durch Feinstaub in der Luft signifikant mit einem erhöhten Risiko für Asthma und pfeifende Atemgeräusche (Wheezing) bei Kindern und Jugendlichen assoziiert ist. Untersucht wurden Partikel mit einem Durchmesser von ≤10 µm (PM10) und ≤2,5 µm (PM2,5). Von den feineren Partikel (PM2,5) ging dabei eine etwas größere Gesundheitsgefahr aus.
Frühere Untersuchungen legten Zusammenhänge zwischen der Belastung durch Feinstaubpartikel und der Entwicklung von Asthma und pfeifenden Atemgeräuschen (Wheezing) bei Kindern und Jugendlichen nahe.
Feinstaub in der Luft: Risiko für Asthma bei Kindern?
Das Ziel eines systematischen Reviews mit Metaanalyse war es, dies anhand von Daten zu Partikeln mit einem Durchmesser von ≤10 µm (PM10) und ≤2,5 µm (PM2,5) zu untersuchen. In die Analyse wurden Beobachtungsstudien aus den elektronischen Datenbanken PubMed, Google Scholar, Hinari, Science Direct und Semantic Scholar aufgenommen. Die Extrahierung der Daten erfolgte im Zeitraum 1996 – 17. Juni 2024. Zur Überprüfung der Heterogenität wurde der I²-Test verwendet.
Metaanalyse von 47 Beobachtungsstudien mit weltweiten Daten
Insgesamt berücksichtigte der systematische Review mit Metaanalyse 47 Studien mit 417 874 Kindern und Jugendlichen. Die zusammengefasste Odds Ratio (OR) für den Zusammenhang zwischen Partikelgröße PM10 und Asthma betrug 1,04 (95 % Konfidenzintervall, KI: 1,03 – 1,06; p < 0,001; I² = 82,7 %; p < 0,001). Für PM2,5 war das Risiko um 5 % erhöht (OR: 1,05; 95 % KI: 1,04 – 1,07; p < 0,001; I² = 80,6 %; p < 0,001). Bezüglich Wheezing zeigte sich für PM10 ein signifikanter Zusammenhang mit einer OR von 1,06 (95 % KI: 1,05 – 1,07; I² = 57,5 %; p < 0,007). Noch stärker war der Zusammenhang bei PM2,5 und Wheezing mit einer OR von 1,15 (95 % KI: 1,10 – 1,20; I² = 72,8 %; p < 0,001).
Feinstaubpartikel erhöhen das Risiko für Asthma und Wheezing signifikant
Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigen somit einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Feinstaub (Größen PM10 und PM2,5) und dem Auftreten von Asthma und pfeifenden Atemgeräuschen bei Kindern und Jugendlichen. Die kleineren Feinstaubpartikel PM2,5 wiesen dabei stärkere Assoziationen auf. Die hohe Heterogenität lässt auf Unterschiede in Studiendesigns, Expositionsstärke und Messmethoden schließen. Die Studienautoren empfehlen dringend, Maßnahmen zur Reduktion von Luftschadstoffen zu ergreifen, um die Atemwegsgesundheit von Kindern besser zu schützen.