Lipoprotein (a) als möglicher Risikofaktor für diabetische Retinopathie
Original Titel:
Lipoprotein(a) and Blood Monocytes as Factors for Progression of Carotid Atherosclerosis in Patients with Premature Coronary Heart Disease
- Zusammenhang zwischen Lipoprotein (a) und diabetischer Retinopathie?
- Metaanalyse mit 29 Studien und 7 007 Teilnehmern
- Menschen mit diabetischer Retinopathie hatten signifikant höhere Lipoprotein-(a)-Werte
- Vergleich proliferativer und nicht-proliferativer diabetischer Retinopathie: höhere Werte bei proliferativer Form
- Erhöhte Lipoprotein-(a)-Spiegel könnten mit Fortschreiten und Schwere diabetischer Retinopathie in Verbindung stehen
MedWiss – Aktuelle Daten aus einer Metaanalyse zeigen, dass Menschen mit diabetischer Retinopathie höhere Lipoprotein-(a)-Werte aufweisen als Menschen ohne diese Augenerkrankung. Zudem sind die Werte bei fortgeschrittener proliferativer Form höher als bei der nicht-proliferativen Form, was auf eine mögliche Rolle von Lipoprotein (a) in der Entstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung hinweist.
Die diabetische Retinopathie ist eine bedeutende Komplikation des Diabetes mellitus. Mehrere Studien haben darauf hingewiesen, dass Lipoprotein (a) eine Rolle bei atherosklerotischen Veränderungen spielt.
Lipoprotein (a): Risiko für diabetische Retinopathie?
Das Ziel einer Metaanalyse aus Griechenland war es, den Zusammenhang zwischen Lipoprotein (a) und diabetischer Retinopathie zu untersuchen. In die Analyse wurden alle relevanten Studien aufgenommen, die bis Januar 2025 in PubMed und Scopus indexiert waren.
Metaanalyse mit 29 Studien und 7 007 Teilnehmern
Insgesamt wurden 29 Studien mit 7 007 Teilnehmern berücksichtigt. Das Durchschnittsalter der eingeschlossenen Menschen betrug 52,6 ± 9,4 Jahre, 52,5 % waren Männer. Die Hauptanalyse umfasste 25 Beobachtungsstudien mit insgesamt 6 291 Menschen (2 770 mit diabetischer Retinopathie versus 3 521 Kontrollen). Die Lipoprotein-(a)-Werte waren bei Menschen mit diabetischer Retinopathie signifikant höher (Mittelwertdifferenz, MD: 0,85; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,48 – 1,22; p < 0,001; I² = 98 %).
In einer Subgruppenanalyse wurden 1 066 Patienten mit proliferativer diabetischer Retinopathie (n = 465) und nicht-proliferativer diabetischer Retinopathie (n = 601) verglichen. Die Analyse ergab eine Mittelwertdifferenz von 0,28 (95 % KI: 0,09 – 0,47; p = 0,004; I² = 97 %).
Lipoprotein (a) ist potenzieller Risikofaktor für diabetische Retinopathie
Erhöhte Lipoprotein-(a)-Werte könnten in engem Zusammenhang mit der Entstehung und dem Fortschreiten der diabetischen Retinopathie stehen, so das Resümee der Autoren.
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