Brustkrebs-Chemotherapie: Prävention von Übelkeit und Erbrechen
Original Titel:
Olanzapine for chemotherapy-induced nausea and vomiting in breast cancer: a systematic review and meta-analysis of prospective randomised controlled trials
- Psychopharmakon Olanzapin: Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie?+
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien
- Zusammen 857 Patienten
- Verbesserte vollständige Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen mit Olanzapin
MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien mit 857 Patienten fand, dass das Psychopharmakon Olanzapin signifikant zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei einer Brustkrebs-Chemotherapie beitragen kann. Als Nebenwirkung kam es häufiger zu Sedierung, insgesamt wurde die Behandlung jedoch gut vertragen. Gezielte Studien mit besserem Design wären allerdings wünschenswert, so das Fazit.
Durch eine Chemotherapie ausgelöste Übelkeit und Erbrechen stellen ein signifikantes Problem für Patienten mit Brustkrebs dar, trotz antiemetischer Routinetherapie bei hoch-emetogener Chemotherapie, die also besonders stark Übelkeit auslösen kann. Das Psychopharmakon Olanzapin zeigte sich in früheren Studien als vielversprechend zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie.
Psychopharmakon Olanzapin: Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie?
Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, in dem sie die Wirksamkeit und Sicherheit von Olanzapin zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen in der Brustkrebs-Chemotherapie mit regulärer antiemetischer Behandlung verglichen.
Der systematische Review ermittelte randomisiert-kontrollierte Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Cochrane Library, Google scholar und ClinicalTrials.gov. Berücksichtigt wurden Studien, in denen Olanzapin mit Placebo oder einer Routineversorgung von Brustkrebspatienten in einer Anthrazyklin-basierten Chemotherapie verglichen wurde. Als primäre Behandlungsergebnisse betrachtete die Studie vollständiges Ansprechen, definiert als kein Erbrechen und kein Bedarf für eine Akutbehandlung von Erbrechen. Als weiteres primäres Behandlungsergebnis analysierten die Autoren die vollständige Kontrolle der Symptome, definiert als keine Übelkeit, kein Erbrechen und keine Akutbehandlung für diese beiden Symptome.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien
Die Metaanalyse umfasste 4 randomisiert-kontrollierte Studien mit zusammen 857 Patienten. Im Vergleich zu einem Placebo oder zu einer üblichen antiemetischen Therapie allein verbesserte Olanzapin die vollständigen Ansprechraten signifikant (4 Studien mit 857 Patienten; Risk Ratio, RR: 1,58; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,35 – 1,85; I² = 0 %). Ebenso erreichte der Wirkstoff eine vollständige Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen signifikant besser als die Vergleichsmethoden (2 Studien mit 600 Patienten; RR: 1,93; 95 % KI: 1,49 – 2,50; I² = 0 %).
In einer Untergruppenanalyse wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen einer Dosis von 5 mg oder 10 mg festgestellt. Olanzapin reduzierte akute Übelkeit (3 Studien mit 377 Patienten; RR: 1,32; 95 % KI: 1,03 – 1,69; I² = 63,4 %) und verzögerte Übelkeit (3 Studien mit 377 Patienten; RR: 1,22; 95 % KI: 1,06 – 1,41; I² = 0 %). Der gesamte Effekt auf Übelkeitskontrolle war nicht statistisch signifikant und wies eine substanzielle Heterogenität auf (3 Studien mit 377 Patienten; RR: 1,42; 95 % KI: 0,48 – 4,15; I² = 88,0 %).
Die Nebenwirkungen Sedierung, Fatigue, Schlaflosigkeit, extrapyramidale Symptome und gesteigerter Appetit wurden als signifikant Olanzapin zuzuschreiben erfasst. Die Analyse fand allerdings eine geringe bis sehr geringe Sicherheit der Evidenz.
Verbesserte vollständige Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen mit Olanzapin
Demnach verbesserte Olanzapin die Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie bei Brustkrebs signifikant, sowohl mit 5 mg als auch mit 10 mg Dosierung. Als Nebenwirkung kam es häufiger zu Sedierung, insgesamt wurde die Behandlung jedoch gut vertragen. Gezielte Studien mit besserem Design wären allerdings wünschenswert, so das Fazit.
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