Depression und Cannabisgebrauchsstörung – oft gemeinsam?

Kurz & fundiert

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  • Depression und Cannabisgebrauchsstörung – oft gemeinsam?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 55 Studien
  • Jeder 5. mit Cannabisgebrauchsstörung ist auch depressiv

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MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 55 Studien fand einen ausgeprägten bidirektionalen Zusammenhang zwischen Depression und Cannabisgebrauchsstörung. Demnach ist jeder 5. Patient mit Cannabisgebrauchsstörung auch depressiv. Patienten mit Depression hingegen litten nur je nach Kontext häufig unter einer begleitenden Cannabisgebrauchsstörung.


Depression und Cannabisgebrauchsstörung treten häufig gemeinsam auf. Wie oft dies aber geschieht, dazu gibt es stark abweichende Schätzungen.

Depression und Cannabisgebrauchsstörung – oft gemeinsam?

Wissenschaftler untersuchten nun die Prävalenz in einem systematischen Review mit Metaanalyse, und ermittelten, in welchem Zusammenhang Depression und Cannabisgebrauchsstörung stehen. Die systematische Recherche identifizierte relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Google Scholar und SciELO. Untergruppenanalysen differenzierten die Ergebnisse mit Blick auf Patienten, die aktuell in psychiatrischer Behandlung waren, und der allgemeinen Bevölkerung.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 55 Studien

Insgesamt umfasste die Metaanalyse 55 Studien mit zusammen 3 279 774 Personen. Von diesen lag bei 454 547 Personen eine Cannabisgebrauchsstörung vor, 112 328 Personen litten an Depression. Bei Personen mit Cannabisgebrauchsstörung war die Prävalenz von aktueller Depression erhöht – sowohl bei Personen, die in psychiatrischer Behandlung waren (19,24 %), als auch in der sonstigen Bevölkerung (21,65 %). Bei Personen mit Depression wurden größere Unterschiede in der Prävalenz einer Cannabisgebrauchsstörung je nach Kontext festgestellt. So lag bei mehr als jedem 4. Patienten mit Depression in psychiatrischer Behandlung (28,45 %) auch eine Cannabisgebrauchsstörung vor. Bei sonstigen Menschen mit Depression hatten hingegen nur 4,61 % auch eine Cannabisgebrauchsstörung.

Jeder 5. mit Cannabisgebrauchsstörung ist auch depressiv

Die Autoren schließen, dass nach der bisherigen Studienlage ein ausgeprägter und klinisch relevanter bidirektionaler Zusammenhang zwischen Depression und Cannabisgebrauchsstörung vorliegt. Patienten in psychiatrischer Behandlung und sonstige Personen unterschieden sich teils sehr. Dies ist relevant für mögliche Screening-Strategien.