Vitamin D für bessere Impfwirksamkeit
Original Titel:
Impact of chronic cholecalciferol supplementation and vitamin D status on risk of post-vaccination SARS-CoV-2 breakthrough infection.
- Nahrungsergänzung mit Vitamin D: Relevant für Durchbruchsinfektion nach Coronavirus-Impfung?
- Retrospektive Beobachtungsstudie mit 114 Personen
- Adäquate Vitamin-D-Versorgung kann das Infektionsrisiko nach der Impfung senken
MedWiss – Eine retrospektive Beobachtungsstudie mit 114 Personen fand, dass eine adäquate Vitamin-D-Versorgung, primär erreicht durch regelmäßige Nahrungsergänzung, das Risiko für eine Durchbruchsinfektion mit dem neuen Coronavirus nach der Impfung senkt. Den Vitamin-D-Spiegel im Blick und auf gesundem Niveau zu halten kann demnach auch die Impfwirksamkeit verbessern.
Vitamin D hat sich in vergangenen Studien als möglicherweise relevant zur Modulierung der Immunantwort bei einer Coronavirus-Infektion, COVID-19 und der Impfung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gezeigt. Ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D oder Cholecalciferol aber das Risiko einer Durchbruchsinfektion nach der Coronavirus-Impfung beeinflusst, ist bislang unklar.
Nahrungsergänzung mit Vitamin D: Relevant für Durchbruchsinfektion nach Coronavirus-Impfung?
Wissenschaftler führten nun eine retrospektive Beobachtungsstudie zur Rolle von ergänzendem Vitamin D und dem Vitamin-D-Spiegel im Blut auf Coronavirus-Infektionen nach einer Coronavirus-Impfung durch. Die Studie umfasste erwachsene Personen, die zwei Dosen einer mRNA-Impfung gegen das neue Coronavirus (BNT162b2) erhalten hatten und zuvor nicht mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert worden waren. Personen, die durchgehend eine Nahrungsergänzung mit Cholecalciferol erhielten, wurden mit nicht-supplementierten Personen verglichen, unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen. Die Analyse betrachtete Durchbruchsinfektionen innerhalb von 12 Monaten nach der Impfung. Wie gut die Vitamin-D-Spiegel zur Vorhersage einer Infektion genutzt werden konnten, ermittelten die Autoren mit Hilfe einer ROC-Analyse (Receiver operating characteristic curve analysis).
Retrospektive Beobachtungsstudie mit 114 Personen
Die Studie umfasste 114 Personen, von denen 70 (61,4 %) eine Vitamin-D-Nahrungsergänzung einnahmen. Bei 27 Personen (23,7 %) kam es zu einer Durchbruchsinfektion. Es kam seltener zu einer Infektion bei Personen mit Vitamin-D-Supplementierung (Nahrungsergänzung: 17 % vs. Ohne: 34 %; p = 0,044). Personen mit Infektion hatten signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel (p < 0,001). Eine ROC-Analyse fand signifikante prädiktive Leistung (area under the curve: 75,6 %; p < 0,001) und einen optimalen Schwellenwert für den Vitamin-D-Spiegel von 18,5 ng/ml.
In der weiteren Analyse zeigte sich der Vitamin-D-Spiegel als einziger unabhängiger Vorhersagefaktor für eine Durchbruchsinfektion (Odds Ratio, OR: 0,86; p = 0,003). In einer Kohorte mit Paaren von Personen mit gleichem Alter und Geschlecht mit und ohne Supplementierung (n = 78) kam es zu numerisch aber nicht statistisch signifikant weniger Durchbruchsinfektionen bei Personen mit extra Vitamin D (18 % vs. 36 %; p = 0,125). Niedrigere Vitamin-D-Spiegel waren unabhängig mit dem Infektionsrisiko assoziiert (OR: 0,88; p = 0,007), mit ähnlich guter prädiktiver Leistung (area under the curve: 77 %; p < 0,001).
Adäquate Vitamin-D-Versorgung kann das Infektionsrisiko nach der Impfung senken
Die Autoren schließen, dass eine adäquate Vitamin-D-Versorgung, primär erreicht durch eine regelmäßige Nahrungsergänzung, unabhängig mit reduziertem Risiko für eine Durchbruchsinfektion mit dem neuen Coronavirus nach der Impfung assoziiert war. Den Vitamin-D-Spiegel im Blick und auf gesundem Niveau zu halten kann demnach auch die Impfwirksamkeit verbessern.
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