Prostatektomie: Mehr akute Komplikationen bei zunehmendem Alter
Original Titel:
Increasing Age at Radical Prostatectomy: A Total Population Analysis in Germany from 2006 to 2022
- Kurative Prostatakrebsbehandlung bei Älteren: Wie häufig sind Komplikationen?
- Retrospektive Analyse von 444 102 Prostatektomien in Deutschland
- Gestiegener Anteil älterer Patienten (≥ 75 Jahre) mit Prostatektomie in Deutschland zwischen 2006 und 2022
- Längerer Krankenhausaufenthalt bei älteren Patienten vs. Jüngeren nach Operation
- Häufiger Transfusionen bei Älteren
- Größeres Sterberisiko
MedWiss – In den letzten 16 Jahren hat der Anteil älterer Patienten, die sich einer Prostatektomie unterzogen, bundesweit zugenommen. Im Vergleich zu jüngeren Patienten blieben ältere Patienten länger im Krankenhaus, benötigten häufiger Transfusion und verstarben häufiger.
Die Lebenserwartung der Menschen steigt. Daher wächst auch der Anteil älterer Patienten, die sich einer kurativen Prostatakrebsbehandlung unterziehen. Da diese Patientengruppe weiter wächst, ist es wichtig zu wissen, wie häufig sie von akuten operationsbedingten Komplikationen betroffen sind und ob sie sich diesbezüglich von jüngeren Patienten unterscheiden. Wissenschaftler aus Deutschland gingen genau dieser Frage nach.
Kurative Prostatakrebsbehandlung bei Älteren: Wie häufig sind Komplikationen?
Für ihre bundesweite, retrospektive Studie nutzten die Wissenschaftler die Daten deutscher Krankenhausabrechnungen. Diese umfassten 444 102 Prostatektomien aus den Jahren 2006 bis 2022. Sie untersuchten die Krankenhaussterblichkeit, die Transfusionsraten und die Dauer des Krankenhausaufenthalts der Patienten.
Retrospektive Studie: Analyse von 444 102 Prostatektomien in Deutschland
Das durchschnittliche Alter der Patienten, die sich einer Prostatektomie unterzogen, stieg von 2006 (64,96 ± 6,07 Jahre) bis 2022 (66,53 ± 6,88) signifikant (p < 0,001). Der Anteil der Männer, die mindestens 75 Jahre alt waren, lag 2006 noch bei 3 % und stieg im Jahr 2022 auf 12 % an (p < 0,001). Analysen der Daten aus dem Jahr 2022 zeigten, dass im Vergleich zu Jüngeren die älteren Patienten ab 75 Jahren länger im Krankenhaus blieben (Ältere: 8,15 Tage ± 4,63 vs. Jüngere: 7,57 Tage ± 3,97; p < 0,001), häufiger verstarben (Ältere: 0,3 % vs. Jüngere: 0,1 %; p = 0,003) und häufiger Transfusionen benötigten (Ältere: 5 % vs. Jüngere: 2 %; p < 0,001). Weitere Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Patienten waren, dass ältere Patienten sich häufiger einer offenen Operation statt einer roboterassistierten Operation unterzogen (Ältere: 14 % vs. Jüngere: 11 %; p < 0,001), sich häufiger in nicht-universitären Krankenhäusern (Ältere: 76 % vs. Jüngere: 73 %; p < 0,001) und seltener in Krankenhäusern mit hohen Fallzahlen (> 199 Fälle/Jahr; Ältere: 11 % vs. Jüngere: 13 %; p < 0,001) behandeln ließen.
Mehr akute operationsbedingte Komplikationen bei älteren Patienten
Der Anteil an älteren Patienten (≥ 75 Jahre), die sich in Deutschland einer Prostatektomie unterzogen, hat demnach zugenommen. Mit dem Alter stiegen die akuten operationsbedingten Komplikationen, was Patienten und Krankenhäuser vor Herausforderungen stellen kann.
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