Lungenkrebs: Zusammenhang zwischen Art der Entdeckung und dem Überleben

Original Titel:
Impact of lung cancer discovery mode on cancer outcomes: data from the KBP-2020-CPHG study

Kurz & fundiert

  • Art der Entdeckung von Lungenkrebs: Relevant für das Überleben?
  • Prospektive Kohortenstudie mit 8 999 Lungenkrebs-Patienten
  • Vergleich von Diagnosen aufgrund von Symptomen, als Zufallsbefund oder durch Screenings
  • Häufiger fortgeschrittenes Stadium und schlechteres Überleben bei symptomatischer Diagnose

 

MedWiss – Die Art der Entdeckung des Lungenkrebses war mit dem Stadium bei der Diagnose und dem Überleben assoziiert. Dies zeigte der Vergleich von 8 943 Patienten in einer prospektiven Kohortenstudie, bei denen der Lungenkrebs aufgrund von Symptomen, als Zufallsbefund oder im Rahmen eines Screenings entdeckt wurde.


Für eine bessere Prognose bei Krebs ist es wichtig, dass der Krebs möglichst frühzeitig entdeckt und behandelt wird. Im frühen Krankheitsverlauf verursacht ein Tumor jedoch oftmals keine oder nur wenige Beschwerden, was eine frühzeitige Diagnose erschwert – so auch bei Lungenkrebs. Spezielle Screeningverfahren sollen helfen, Tumoren bereits in einem frühen Krankheitsstadium aufzuspüren, bevor sie Symptome verursachen. Wissenschaftler aus Frankreich untersuchten nun, ob und inwieweit die Art der Entdeckung eines Lungentumors einen Einfluss auf das Krankheitsstadium und die Prognose der Betroffenen hat.

Art der Entdeckung von Lungenkrebs: Relevant für das Überleben?

Die Wissenschaftler nutzten für ihre prospektive Kohortenstudie die Daten von 8 999 Patienten mit neu diagnostiziertem Lungenkrebs. Je nachdem wie der Lungenkrebs entdeckt wurde, wurden die Patienten in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: symptomatische Diagnose, Zufallsbefund oder opportunistisches Screening. Die Wissenschaftler verglichen die Charakteristika und die Prognose der verschiedenen Patientengruppen.

Prospektive Kohortenstudie mit 8 999 Lungenkrebs-Patienten

Von den 8 943 Patienten erhielten die meisten Patienten (6 404 Patienten, 71,6 %) ihre Lungenkrebsdiagnose aufgrund von Symptomen.  Bei 24,4 % der Patienten (2 178 Patienten) wurde der Lungenkrebs als Zufallsbefund entdeckt, während er bei 4,0 % der Patienten  (361 Patienten) im Rahmen eines opportunistischen Lungenkrebs-Screenings festgestellt wurde. Die drei Patientengruppen unterschieden sich hinsichtlich ihres Allgemeinzustands (p < 0,0001) und Tumortyps (p < 0,001):

  • Symptomatische Diagnose:
    • Performance-Status 0/1: 71,0 %
    • Lepidisches Adenokarzinom: 3,4 %
  • Zufallsbefund:
    • Performance-Status 0/1: 82,5%
    • Lepidisches Adenokarzinom: 6,4 %
  • Opportunistisches Screening:
    • Performance-Status 0/1: 89,1 %
    • Lepidisches Adenokarzinom: 6,9 %

Je nachdem, auf welche Weise der Lungenkrebs entdeckt wurde, unterschieden sich zudem das Tumorstadium (p < 0,0001), das mediane Gesamtüberleben sowie das 3-Jahres-Überleben (p < 0,0001). Patienten, deren Tumor durch ein opportunistisches Screening oder als Zufallsbefund entdeckt wurde, befanden sich häufiger in einem früheren Tumorstadium und hatten ein bessere Prognose als Patienten mit symptomatischer Diagnose:

  • Symptomatische Diagnose:
    • Tumorstadium 0 – 2: 10,6 %
    • Medianes Gesamtüberleben: 11,5 Monate
    • 3-Jahres-Überleben: 26,4 %
  • Zufallsbefund:
    • Tumorstadium 0 – 2: 40,5 %
    • Medianes Gesamtüberleben: 30,0 Monate
    • 3-Jahres-Überleben: 46,3 %
  • Opportunistisches Screening:
    • Tumorstadium 0 – 2: 54,6 %
    • Medianes Gesamtüberleben: 45,6 Monate
    • 3-Jahres-Überleben: 59,0 %

Häufiger fortgeschrittenes Stadium und schlechteres Überleben bei Symptomen

Im Vergleich zu Patienten, bei denen der Lungenkrebs als Zufallsbefund oder im Rahmen eines opportunistischen Screenings entdeckt wurde, wiesen demnach Patienten mit Symptomen häufiger ein fortgeschrittenes Tumorstadium auf und zeigten ein schlechteres Überleben. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose von Lungenkrebs, beispielsweise durch geeignete Screeningverfahren.

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