Bessere Therapietreue, bessere Schulnoten

Original Titel:
Adherence to pharmacotherapy improves school performance in children with rhinitis and asthma

MedWissKinder mit Symptomen von Asthma und Rhinitis haben mehr Fehlstunden und schlechtere Noten, wenn sie sich nicht an ihre verordnete Behandlung halten. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Kolumbien.


Die Entzündung der Atemwege bei Asthma bereitet nicht immer Symptome. Eine konsequente Behandlung ist jedoch nötig, um die Entzündung bestmöglich zu kontrollieren. So können auch längerfristig Symptome und Beschwerden vermieden werden.

Asthma und Rhinitis bedürfen gewissenhafter Behandlung

Das ist auch bei einer Rhinitis der Fall, einer Entzündung der Nasenschleimhäute, die jeder als Schnupfen kennt. Durch Infektionen oder Allergien oder wiederkehrende Reizungen der Nasenschleimhäute kann es zu einer akuten oder chronischen Entzündung der Nasenschleimhäute kommen. Aus einer chronischen Rhinitis kann Asthma werden, wenn die Erkrankung in die unteren Atemwege wechselt und eine bestehende Rhinitis kann ein gleichzeitiges Asthma verschlechtern. Daher ist gerade dann eine gute Therapietreue wichtig. Unter Therapietreue verstehen Experten, wie gewissenhaft ein Patient seine empfohlene Therapie anwendet. Werden Medikamente regelmäßig und in der richtigen Dosierung eingenommen, ist die Therapietreue groß.

Schlechter in der Schule, wenn Medikamente nicht regelmäßig genommen wurden?

Forscher aus Kolumbien haben untersucht, wie die Therapietreue mit Fehlzeiten und Leistungen in der Schule bei Kindern mit Asthma zusammenhängt. Dazu werteten sie Daten von Kindern aus acht Schulen aus. Alle teilnehmenden Schüler und ihre Eltern füllten Fragebögen mit Fragen zu Atemwegserkrankungen und der medikamentösen Behandlung aus. Die Daten zur schulischen Leistung und den Fehlstunden der Kinder wurde aus den Aufzeichnungen der Schule entnommen. Die Forscher definierten als gute Therapietreue, wenn an mindestens fünf Tagen die Woche die Asthma-Medikamente der Kinder korrekt angewendet wurden.

Kinder mit Symptomen blieben öfter dem Unterricht fern

An der Studie nahmen 1109 Kinder teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe bestand aus Kindern, die Symptome von Asthma und Rhinitis aufwiesen (36 %), die andere aus Kindern ohne Symptome (63 %). Die Kinder mit Symptomen fehlten in der Auswertung der Forscher im Schnitt an 3 Tagen pro Jahr, Kinder mit Asthma und Rhinitis, aber ohne Symptome hingegen nur durchschnittlich 1 Tag pro Jahr. Auch die Schulnoten der Kinder mit Symptomen waren schlechter. Von den Kindern ohne Symptome waren 20 % durchgefallen, bei den Kindern mit Symptomen waren es 33 %.

Trotz Symptomen gute Noten: Therapietreue machte einen Unterschied

Teilten die Wissenschaftler jedoch die Gruppe der Kinder mit Symptomen in solche, die therapietreu waren und solche, bei denen die verordnete Behandlung nicht eingehalten wurde, zeigte sich: Therapietreue Kinder schnitten nachweislich besser ab als nicht therapietreue Kinder. Ihre Leistung war vergleichbar mit der von Kindern ohne Symptome.

Bessere Therapietreue, bessere Leistungen in der Schule

Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass Symptome der Atemwegserkrankungen der Kinder in Verbindung mit schlechteren Noten und mehr Fehlzeiten stehen. Eine gute Therapietreue reduziert diese negativen Auswirkungen der Erkrankungen der Kinder jedoch weitestgehend, trotz vorhandener Symptome.

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