GLP-1-Rezeptoragonisten auch gegen Parkinson?
Original Titel:
Clinical efficacy of GLP-1 receptor agonists in the treatment of Parkinson's disease: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials
- GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA): Einfluss auf Parkinson-Erkrankung?
- Systematischer Review und Metaanalyse 6 randomisierter, kontrollierter Studien, 735 Teilnehmer
- GLP-1RA zeigten tendenziellen Nutzen (keine Signifikanz auf motorische Parkinson-Symptome
- Kurz wirksame GLP-1RA verbesserten die motorische Dysfunktion signifikant
- Keine Verbesserung von motorischer Dysfunktion durch lang wirksame GLP-1RA
- Für nicht-motorische Symptome konnten keine statistisch signifikanten Verbesserungen festgestellt werden
MedWiss – Die Ergebnisse einer Metaanalyse zeigen, dass kurz wirksame GLP-1-Rezeptoragonisten die motorischen Symptome bei Menschen mit Parkinson signifikant verbessern können, während lang wirksame GLP-1-Rezeptoragonisten keinen Nutzen zeigten. Für nicht-motorische Symptome konnten keine statistisch signifikanten Effekte festgestellt werden.
Morbus Parkinson ist eine degenerative Erkrankung mit motorischen und nicht-motorischen Symptomen. Die neurobiologischen Auswirkungen von Glucagon-like Peptid-1 Rezeptoragonisten (GLP-1RA) auf die Parkinson-Krankheit sind bisher nicht vollständig geklärt.
GLP-1RA: Einfluss auf Parkinson-Krankheit?
Im Rahmen eines systematischen Reviews wurde in den Datenbanken PubMed, Cochrane Library und Embase nach relevanten Studien bis zum 27. Februar 2025 gesucht. Eingeschlossen wurden klinische Studien, welche den Einsatz von GLP-1RA bei Parkinson-Patienten untersuchten. Um die therapeutische Wirksamkeit der GLP-1RA auf motorische und nicht-motorische Symptome zu ermitteln, führten die Wissenschaftler Metaanalysen mit adjustierten Daten durch.
Metaanalyse zeigte differenzierte Effekte von GLP-1-Rezeptoragonisten
Insgesamt wurden 6 Studien mit 735 Teilnehmern eingeschlossen (Interventionsgruppe n = 413; Kontrollgruppe n = 322). Die Metaanalyse zeigte, dass GLP-1RA im Vergleich zu Placebo tendenziell eine Linderung der motorischen Symptome bewirkten, jedoch ohne statistische Signifikanz (Mittelwertdifferenz, MD: -1,08; 95 % Konfidenzintervall, KI: – 2,87 – 0,71; p = 0,24; I² = 51 %). Die Subgruppenanalyse zeigte klarere Unterschiede: Kurz wirksame GLP-1RA verbesserten die motorische Dysfunktion signifikant (MD: -2,93; 95 % KI: -4,72 – -1,14; p = 0,001; I² = 0 %), während lang wirksame Präparate keinen nachweisbaren Effekt hatten (MD: 0,43; 95 % KI: -1,13 – 1,99; p = 0,59; I² = 0 %). Die Belastung durch nicht-motorische Symptome, erfasst mit der Non-Motor Symptoms Scale (NMSS), der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) sowie dem Teil I der Movement Disorder Society – Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (MDS-UPDRS), zeigte bei Parkinson-Patienten keine signifikanten Verbesserungen unter der Behandlung mit GLP-1RA.
Kurz wirksame GLP-1RAs zeigen therapeutisches Potenzial
Kurz wirksame GLP-1RA könnten somit laut der Autoren motorische Symptome bei Morbus Parkinson signifikant verbessern und somit womöglich symptomatische Vorteile bieten. Allerdings sind die Ergebnisse noch nicht ausreichend robust, sodass weitere standardisierte Studien notwendig sind, um die Rolle der Wirkstoffe in der Parkinson-Therapie weiter zu erforschen.
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