Vergleichsstudie: Vedolizumab versus Adalimumab bei CED

Original Titel:
The efficacy, safety, and persistence of vedolizumab versus adalimumab in patients with inflammatory bowel disease: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Vergleich von Vedolizumab und Adalimumab bei CED
  • Metaanalyse aus China, 12 Studien, 4 095 Teilnehmer
  • Vedolizumab zeigte eine höhere Rate an klinischer Remission und Ansprechrate
  • Keine signifikanten Unterschiede bei endoskopischer Remission, unerwünschten Ereignissen und Therapiepersistenz
  • Hohe Heterogenität der Studien, weitere Untersuchungen erforderlich

 

MedWiss Eine aktuelle Metaanalyse hat die Wirksamkeit, Sicherheit und Therapiepersistenz von Vedolizumab und Adalimumab bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verglichen. Die Ergebnisse zeigten eine höhere Rate an klinischer Remission und Ansprechrate mit Vedolizumab. In Bezug auf die endoskopische Remission, Therapiepersistenz sowie unerwünschte Ereignisse wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Biologika festgestellt.


Bei Vedolizumab handelt es sich um einen Integrin-Antagonisten, welcher gezielt im Darm wirkt. Adalimumab gehört zur Gruppe der TNF-α-Inhibitoren. Beide werden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eingesetzt – aber wie sind die beiden Biologika im Vergleich?

Vergleich von Vedolizumab und Adalimumab bei CED

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse verglich die Wirksamkeit, Sicherheit und Therapiepersistenz von Vedolizumab und Adalimumab bei Menschen mit CED. Zur Klärung der Fragestellung wurde eine umfassende Recherche nach geeigneten Studien in drei medizin-wissenschaftlichen Datenbanken bis September 2024 durchgeführt.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 12 Studien mit 4 085 Patienten

Insgesamt wurden 12 Studien mit 4 095 Studienteilnehmern in die Analyse einbezogen. Vedolizumab erreichte häufiger klinische Remission und eine höhere Ansprechrate als Adalimumab.

Vedolizumab vs. Adalimumab:

  • Klinische Remission: Relatives Risiko, RR: 1,24; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,14 – 1,34; p < 0,01
  • Ansprechrate: RR: 1,11; 95 % KI 1,01 – 1,22; p = 0,03

Keine signifikanten Unterschiede wurden in Bezug auf die endoskopische Remission festgestellt (RR: 0,74; 95 % KI: 0,47 – 1,18; p = 0,21). Sicherheitsergebnisse, gemessen an unerwünschten (RR: 0,67, 95 % KI: 0,41 –1,12; p = 0,13) und schweren unerwünschten Ereignissen (RR: 0,78; 95 % KI: 0,36 – 1,68; p = 0,53), zeigten ebenfalls keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungen. Auch in der  Therapiepersistenz wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt (RR: 0,78; 95 % KI: 0,55 – 1,12; p = 0,19).

Vedolizumab womöglich wirksamer und weniger Nebenwirkungen als Adalimumab

Die Ergebnisse der Metaanalyse deuteten somit auf eine höhere klinische Wirksamkeitsrate (klinische Remission und Ansprechrate) von Vedolizumab als von Adalimumab, ohne ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse. Hinsichtlich der endoskopischen Remission und der Therapiepersistenz konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Aufgrund der hohen Heterogenität der Studien sind weitere randomisierte klinische Studien erforderlich, so der Ausblick der Autoren.

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