Bei Heuschnupfen: Häufiger auch Migräne

Kurz & fundiert

  • Besteht ein Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Migräne?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 10 Studien, insgesamt 4,8 Millionen Teilnehmer
  • Um Faktor 2 – 3 erhöhtes Risiko für Migräne bei Heuschnupfen
  • Bei Heuschnupfen signifikant erhöhtes Risiko für Migräne

 

MedWiss Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 10 Studien fand, dass Heuschnupfen signifikant mit einem um den Faktor 2 – 3 höheren Risiko für Migräne assoziiert ist. Der Zusammenhang, so die Wissenschaftler, sollte für integrierte Behandlungsstrategien bei Patienten mit beiden Erkrankungen berücksichtigt werden.


Allergische Rhinitis – besser bekannt als Heuschnupfen – ist ebenso wie Migräne eine häufige und chronische Erkrankung, die die Lebensqualität Betroffener deutlich beeinträchtigt. Beobachtungsstudien deuteten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen. Bislang ist die Evidenz jedoch inkonsistent.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Migräne?

Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, um eine mögliche Assoziation zwischen Heuschnupfen und Migräne zu untersuchen. Die systematische Recherche ermittelten Beobachtungsstudien zum möglichen Zusammenhang in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Web of Science, Scopus und CNKI mit Veröffentlichungsdaten bis Juli 2025.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 10 Studien

Die Metaanalyse umfasste 10 Studien mit zusammen 4,8 Millionen Teilnehmern. Demnach war das Migränerisiko bei Personen mit Heuschnupfen signifikant erhöht (Odds Ratio, OR: 2,75; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,80 – 4,19; I2 = 99 %). Untergruppenanalysen bestätigten diesen Zusammenhang über verschiedene Studiendesigns, Altersgruppen und analytische Methoden hinweg. In weiteren Analysen zeigte sich, dass der Effekt in kleineren Studien überschätzt wurde, aber in neueren, größeren Studien immer noch ein um den Faktor 2 – 3 erhöhtes Risiko für Migräne bei bestehendem Heuschnupfen messbar war. Die Autoren schätzten auf Basis dieser Ergebnisse, dass bei 1 000 Menschen mit Heuschnupfen zwischen 23 und 82 Personen zusätzlich mit Migräne belastet sind – über das bestehende Risiko für Migräne in der allgemeinen Bevölkerung hinaus.

Bei Heuschnupfen signifikant erhöhtes Risiko für Migräne

Somit ist Heuschnupfen signifikant mit einem höheren Risiko für Migräne assoziiert. Der Zusammenhang, so die Wissenschaftler, sollte für integrierte Behandlungsstrategien bei Patienten mit beiden Erkrankungen berücksichtigt werden.