Oral antiviral bei Asthma und COVID-19
- Schwere COVID-19-Verläufe bei Asthma-Patienten verhindern – helfen antivirale Mittel?
- Retrospektive Kohortenstudie mit 19 235 Patienten je Gruppe
- Orale antivirale Wirkstoffe können Risiken bei Asthma und COVID-19 senken
MedWiss – Eine retrospektive Kohortenstudie mit 19 235 Patienten je Interventions- und Kontrollgruppe fand, dass orale antivirale Wirkstoffe, speziell Nirmatrelvir/Ritonavir, das Risiko für schwerere Verläufe sowie unerwünschte Ereignisse, inklusive Sterblichkeit oder stationäre Behandlungen aus allen Gründen, bei Patienten mit Asthma und zu Beginn nicht-schwerem COVID-19 reduzieren können.
Die Prävention eines schweren Verlaufs von COVID-19 nach Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist speziell bei Patienten mit relevanten Begleiterkrankungen, wie beispielsweise Asthma, ein weiterhin wichtiges Thema. Bisher liegen allerdings nur begrenzt Echtweltdaten zur Wirksamkeit oraler antiviraler Medikamente bei Patienten mit Asthma und nicht-schwerem COVID-19 vor.
Schwere COVID-19-Verläufe bei Asthma-Patienten verhindern – helfen antivirale Mittel?
Die vorliegende Studie verglich die Wirksamkeit von zwei oralen antiviralen Wirkstoffen, Nirmatrelvir/Ritonavir (NMV-r) und Molnupiravir, zur Reduktion der Rate schwererer Verläufe bei asthmatischen Patienten mit nicht-schwerem COVID-19. Die retrospektive Kohortenstudie mit nicht-stationär behandelten Erwachsenen mit Asthma und diagnostiziertem COVID-19 erfolgte zwischen 1. Januar 2022 und 16. März 2024 anhand von Krankenversicherungsdaten. Die Interventionsgruppe erhielt NMV-r oder Molnupiravir, die Kontrollgruppe erhielt keine antiviralen Wirkstoffe. Als primäres Behandlungsergebnis analysierte die Studie einen zusammengefassten Wert aus der Inzidenz der Sterblichkeit aus allen Gründen, Krankenhausaufnahme aus jedem Grund sowie Bedarf für mechanische Beatmung innerhalb von 30 Tagen.
Retrospektive Kohortenstudie mit 19 235 Patienten je Gruppe
Die Interventions- und Kontrollgruppen umfassten jeweils 19 235 Patienten. Die Interventionsgruppe erreichte signifikant seltener das zusammengefasste primäre Behandlungsergebnis (Hazard Ratio, HR: 0,57; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,49 – 0,66). Die Interventionsgruppe war spezifisch mit signifikant niedrigerem Risiko für eine stationäre Behandlung aus allen Gründen assoziiert (HR: 0,59; 95 % KI: 0,50 – 0,69), ebenso mit geringerer Sterblichkeit aus allen Gründen (HR: 0,34; 95 % KI: 0,16 – 0,73) und seltenerem Bedarf für mechanische Beatmung (HR: 0,08; 95 % KI: 0,01 – 0,58). Eine signifikante Risikoreduktion konnte zudem in Untergruppen unabhängig vom Geschlecht, unterschiedlichen Altersgruppen und Patienten mit Bluthochdruck, Dyslipidämie oder Diabetes mellitus gesehen werden. Dies bestätigte sich auch in Untergruppen mit NMV-r sowie ungeimpften Patienten und Patienten mit mehr als 3 Impfdosen.
Orale antivirale Wirkstoffe können Risiken bei Asthma und COVID-19 senken
Die Autoren schließen, dass orale antivirale Wirkstoffe, speziell Nirmatrelvir/Ritonavir, das Risiko für schwerere Verläufe sowie unerwünschte Ereignisse, inklusive Sterblichkeit oder stationäre Behandlungen aus allen Gründen, bei Patienten mit Asthma und zu Beginn nicht-schwerem COVID-19 reduzieren können.