Häufiger Nierensteine bei Krebsüberlebenden

Kurz & fundiert

  • Haben Krebsüberlebende ein größeres Risiko für Nierensteine?
  • Serielle Querschnittsanalyse auf Basis einer landesweit repräsentativen US-Stichprobe der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2007 bis 2020
  • Größeres Risiko für Nierensteine bei Krebsüberlebenden im Vergleich zu Personen ohne Krebserkrankung
  • Je nach Krebsart unterschiedlich hohes Risiko für Nierensteine

 

MedWiss – Krebsüberlebende sind häufiger von Nierensteinen betroffen als Personen ohne Krebserkrankung. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in einer seriellen Querschnittsanalyse. Das Risiko unterschied sich je nach Krebsart.


Haben Krebsüberlebende ein größeres Risiko für Nierensteine? Dieser Frage ging ein internationales Forscherteam in einer deskriptiven, seriellen Querschnittsanalyse auf den Grund. Grundlage der Studie waren Daten aus der landesweit repräsentativen US-Stichprobe der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2007 bis 2020. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 40 395 Personen ohne Krebserkrankung sowie von 3 492 Krebsüberlebenden.

Haben Krebsüberlebende ein größeres Risiko für Nierensteine?

Die Wissenschaftler stellten fest, dass von 2007 – 2008 bis 2017 – 2020 die Prävalenz von Nierensteinen gestiegen ist – sowohl bei Erwachsenen ohne Krebserkrankung (von 8,5 % auf 9,2 %; p-Wert für den Trend: 0,013) als auch bei Krebsüberlebenden (von 13,1 % auf 17,3 %; p-Wert für den Trend: 0,033). Während des Studienzeitraumes war die Prävalenz von Nierensteinen bei Krebsüberlebenden durchgängig höher als bei Personen ohne Krebs. Zwischen 2007 und 2020 waren 15,8 % der Krebsüberlebenden (95 % Konfidenzintervall, KI: 14,0 – 17,5 %) und 9,2 % der Personen ohne Krebs (95 % KI: 8,8 – 9,6 %) von Nierensteinen betroffen. Statistische Analysen unter Berücksichtigung von soziodemografischen, Lebensstil- und Gesundheitsfaktoren zeigten, dass Krebsüberlebende ein höheres Risiko für Nierensteine hatten (Odds Ratio, OR: 1,28; 95 % KI: 1,10 – 1,49).

Krebsüberlebende litten häufiger unter Nierensteinen

Je nach überstandener Krebsart unterschied sich das Risiko für Nierensteine:

  • Eierstockkrebs (OR: 3,71; 95 % KI: 1,77 – 7,78)
  • Nierenkrebs (OR: 2,88; 95 % KI: 1,46 – 5,68)
  • Knochen- und Weichteiltumore (OR: 2,86; 95 % KI: 1,12 – 7,30)
  • Gebärmutterkrebs (OR: 1,94; 95 % KI: 1,17 – 3,22)
  • Gebärmutterhalskrebs (OR: 1,68; 95 % KI: 1,08 – 2,61)
  • Prostatakrebs (OR: 1,41; 95 % KI: 1,06 – 1,87)

Überlebende von Eierstockkrebs hatten das größte Risiko

Krebsüberlebende hatten – abhängig von der jeweiligen Krebsart – ein größeres Risiko für Nierensteine als Personen ohne Krebserkrankung. Das erhöhte Risiko sollte in der Nachsorge der Patienten berücksichtigt werden.