Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs: Deutliche Reduktion nach Einführung der HPV-Impfung

Original Titel:
Cervical cancer mortality trends following HPV vaccination in England, 2001-24: an analysis of population-based mortality data

Kurz & fundiert

  • HPV-Impfung: Weniger Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs?
  • Analyse bevölkerungsbasierter Daten: Gebärmutterhalskrebs-Mortalität seit HPV-Impfung versus historische Daten vor Impfprogramm
  • Hohe HPV-Impfquote, weniger Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs

 

MedWiss – Die Einführung der HPV-Impfung ging mit einer deutlichen Verringerung der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs in den entsprechenden Altersgruppen einher. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler durch den Vergleich bevölkerungsbasierter Mortalitätsdaten mit historischen Daten aus der Zeit vor Einführung der HPV-Impfung.


Humane Papillomaviren (HPV) können langfristige Infektionen auslösen, die zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen können. In vielen Ländern wurde eine Impfung gegen HPV bereits mit einer Verringerung der Erkrankungsfälle in Verbindung gebracht. Doch zeigt sich dieser Effekt auch bei der Sterblichkeit? Kann die HPV-Impfung Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhindern?

Verhindert HPV-Impfung Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs?

Dieser Frage gingen Wissenschaftler aus London nach. In England wurde 2008 ein HPV-Impfprogramm für Mädchen im Alter von 12 – 13 Jahren eingeführt. Zusätzlich wurde zwischen 2008 und 2010 eine Nachholimpfung für Mädchen im Alter von 14 – 18 Jahren angeboten. Die Wissenschaftler untersuchten, ob sich die Einführung der HPV-Impfung auf die Mortalität durch Gebärmutterhalskrebs auswirkte.

Analyse von HPV-Impfquoten und Mortalitätsdaten

Die Wissenschaftler analysierten bevölkerungsbasierte Daten zur Mortalität durch Gebärmutterhalskrebs in England aus den Jahren 2001 bis 2024. Dabei betrachteten sie verschiedene Altersgruppen. Anhand offizieller Berichte bestimmten sie die HPV-Impfquote nach Geburtsjahrgang und schätzten für jede Altersgruppe und für jedes Todesjahr den Anteil der Frauen, die geimpft worden waren. Mithilfe verschiedener statistischer Analysen schätzten sie die relative Risikoreduktion bei geimpften Frauen im Vergleich zu dem erwarteten Risiko ohne HPV-Impfung, wobei im Modell keine Herdenimmunität angenommen wurde.

Analysen zufolge starb zwischen 2020 und 2024 keine Frau im Alter von 20 – 24 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Für diese Altersgruppe wurde eine HPV-Impfquote von etwa 88–90 % im Alter von 12–13 Jahren zugrunde gelegt. Basierend auf historische Daten wären ohne HPV-Impfung bei dieser Altersgruppe 23,1 Todesfälle erwartet worden, was einer geschätzten Reduktion der Mortalität von 100 % (95 % KI: 84 – 100) entspricht. Bei früheren Geburtsjahrgängen, denen eine HPV-Impfung bis zum Alter von 18 Jahren angeboten wurde, lag die Impfquote bei etwa 63 – 87 %. Es wurden folgende Reduktionen der Mortalität ermittelt:

  • 80 % (95 % KI: 51 – 94) zwischen 2015 und 2019 bei Frauen im Alter von 20 – 24 Jahren
  • 69 % (95 % KI: 55 – 79) zwischen 2020 und 2024 bei Frauen im Alter von 25 – 29 Jahren

Die Wissenschaftler schätzten, dass die HPV-Impfung bis Ende 2024 in England etwa 199,6 (95 % KI: 125,0 – 274,2) Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhinderte.

Reduktion der Gebärmutterhalskrebs-Mortalität nach Einführung der HPV-Impfung

Eine hohe HPV-Impfquote ging somit mit einer deutlichen Verringerung der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs einher. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlung, weltweit eine hohe Impfquote bei Jugendlichen anzustreben.

 

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